SEC untersucht Berechnungsmodell von S&P

Standard & Poor's S&P

New York – Die Ratingagentur Standard & Poors (S&P) ist einem Pressebericht zufolge in das Visier der US-Börsenaufsicht SEC geraten. Die Aufsicht werde das Berechnungsmodell der Agentur untersuchen, die Anfang des Monats in einer historischen Entscheidung die US-Kreditwürdigkeit herabgestuft hatte, berichtet das «Wall Street Journal» am Wochenende.

Grund für die Prüfung seien Anschuldigungen aus der US-Regierung, dass S&P bei der Berechnung einer Fehlkalkulation aufgesessen sei, berichtet die Zeitung unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertrauten Personen. Die Regierung hatte der Agentur vorgeworfen, sich in ihren langfristigen Schuldenprojektionen um zwei Billionen Dollar verkalkuliert zu haben.

S&P: Kein Kommentar
Ein S&P-Sprecher sagte der Zeitung, dass das Unternehmen in regelmässigem Kontakt mit Regulierungsbehörden stehe, wollte aber nichts zu diesem speziellen Fall sagen. Dem Bericht zufolge wolle sich die Börsenaufsicht auch anschauen, wer von der S&P-Mitarbeitern vor der Veröffentlichung von der Herabstufung erfahren habe. Bislang gebe es aber keine Anzeichen für Insider-Handel.

10 Rating-Agenturen auf SEC-Beobachtungsliste
Die Untersuchung ist dem Bericht zufolge Teil einer schärferen und genaueren Kontrolle der Ratingagenturen, die nach dem Inkrafttreten eines verschärften Finanzgesetz aus dem vergangenen Jahr nun ausgeweitet werde. Laut der neuen Bestimmung werde es einen jährlichen Bericht über jede der zehn Ratingagenturen geben, die auf der Beobachtungsliste der SEC stehen. (awp/mc/ps)

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