Swiss Life vor GV wegen VR-Zusammensetzung in der Kritik von ISS

Zürich – Die Swiss Life steht im Vorfeld der Generalversammlung von nächster Woche in der Kritik. Der Stimmrechtsberater Institutional Shareholder Services (ISS) lehnt sechs von elf Verwaltungsräten, die zur Wiederwahl antreten, ab. Der Grund: Der Verwaltungsrat sei in seiner neuen Zusammensetzung nicht ausreichend unabhängig.

ISS argumentiert, dass die als unabhängig eingestuften Verwaltungsratsmitglieder anstatt eine Mehrheit zu bilden, nur 45 Prozent des Verwaltungsrats ausmachen. Daher empfiehlt der Stimmrechtsberater der GV vom 7. Mai, die Wahl des langjährigen Präsidenten Rolf Dörig und des früheren CEO Patrick Frost abzulehnen. Am Wochenende hatte die «Finanz und Wirtschaft» darüber berichtet. Auch der Vizepräsident Klaus Tschütscher sowie Thomas Buess, Damir Filipovic und Franziska Tschudi Sauber fallen bei ISS durch. ISS kritisiert die Amtszeiten von Dörig (18 Jahre nach Wiederwahl), Tschudi Sauber (23), Filipovic (15) und Tschütscher (13). Das sei zu lange, als dass die Betroffenen als unabhängig gelten könnten.

ISS legt den Aktionären zudem nahe, PricewaterhouseCoopers als Abschlussprüfer abzulehnen. Der Grund: Der Wirtschaftsprüfer werde seit mehr als 20 Jahren mit diesem Job beauftragt.

Swiss Life hat mit einem auf der Konzernwebseite publizierten Brief an die Aktionäre reagiert. Darin erklären Dörig und Tschütscher: «Wir sind fest davon überzeugt, dass die vorgeschlagenen Beschlüsse im besten Interesse aller Aktionäre liegen.» Der frühere Swiss-Life-Finanzchef Buess gelte aus Sicht des Verwaltungsrats als unabhängig, da er vor mehr als 7 Jahren aus der Konzernleitung ausgetreten sei. Das sieht laut Swiss Life auch der Stimmrechtsberater Glass Lewis so, der alle VR-Mitglieder zur Wiederwahl empfiehlt. (awp/mc/pg)

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