Turbulente Finanzmärkte drücken auf Ergebnisse von AHV und IV

Compenswiss-Verwaltungsratspräsident Manuel Leuthold.

Genf – Die AHV und die Invalidenversicherung (IV) haben 2022 mit einem negativen Betriebsergebnis abgeschlossen, die Erwerbsersatzordnung (EO) dagegen mit positiven Zahlen. Die Umlageergebnisse aller drei Sozialwerke sind zwar positiv, aber Anlageverluste drückten auf die Betriebsergebnisse.

Bei der AHV beträgt das Umlageergebnis rund 1,6 Milliarden Franken, wie Compenswiss, der Ausgleichsfonds von AHV, IV und EO, am Dienstag mitteilte. Bei der IV liegt das Umlageergebnis bei 122 Millionen Franken und bei der EO bei 217 Millionen Franken.

Das positive Umlageergebnis der AHV ist laut Compenswiss eine Folge der im Mai 2019 vom Volk beschlossenen Zusatzfinanzierung. Damals wurde die Steuerreform mit der AHV-Finanzierung, die sogenannte Staf-Vorlage, gutgeheissen, und das löste einen Aufwärtstrend aus.

Alle drei Sozialwerke bekamen aber 2022 die Turbulenzen an den nationalen und internationalen Finanzmärkten und die daraus resultierenden Anlageverluste zu spüren. Das führte für AHV und IV zu Betriebsverlusten. Bei der AHV betrug das Minus 2,7 Milliarden Franken. Bei der IV waren es 293 Millionen Franken.

Damit könnten die Schulden der IV bei der AHV erneut nicht reduziert werden, schrieb Compenswiss, und die Schulden der IV verharrten bei rund 10,3 Milliarden Franken. Seit der Einführung des IV-Fonds 2011 konnte die IV ihre Schulden bei der AHV um rund 4,7 Milliarden Franken reduzieren.

Die EO musste zwar ebenfalls Verluste aus den Anlagen verkraften. Sie schrieb aber einen Betriebsgewinn von 33 Millionen Franken.

Das Vermögen von Compenswiss betrug Ende 2022 37,3 Milliarden Franken (Vorjahr: 40,9 Milliarden Franken). Davon entfielen 32,7 Milliarden auf die AHV, 3,2 Milliarden auf die IV und 1,4 Milliarden auf die EO. Der Verlust auf dem ganzen Anlagevermögen betrug 12,85 Prozent, wie schon im Februar bekannt wurde. (awp/mc/ps)

Compenswiss

Exit mobile version