US-Broker Robinhood schränkt Handel mit Gamestop-Aktien weiter ein

Gamestop

(Photo by Clay Banks on Unsplash)

Menlo Park – Der wegen seiner Nutzungsbeschränkungen heftig in Kritik geratene US-Broker Robinhood will nach eigenen Angaben nur noch den Handel von acht statt bislang 50 Aktien regulieren. Nutzer dürfen weiterhin nur eine bestimmte Zahl an Wertpapieren von und Optionen auf Unternehmen wie Gamestop, Blackberry , AMC Entertainment oder Nokia kaufen, wie das Unternehmen am späten Sonntagabend auf seiner Webseite bekannt gab. Teilweise ist nur der Erwerb einer einzelnen Aktie erlaubt. Robinhood begründete seine Entscheidung mit einer «anhaltenden Marktvolatilität» und behielt sich weitere Änderungen vor.

Der vor allem bei jüngeren Anlegern beliebte Online-Broker hatte am Donnerstag überraschenderweise für mehrere Stunden den Handel mit bestimmten Aktien ausgesetzt. Daraufhin stürzten Kurse betroffener Unternehmen dramatisch ab. Betroffen waren dabei auch Firmen wie Starbucks, Trivago oder Moderna, die im Gegensatz zu Robinhoods Darstellung keinen besonderen Kursschwankungen unterlagen.

Extrem hohe Verluste für Hedgefonds
Aktien von Gamestop und AMC waren in den vergangenen Wochen unter anderem bei Usern des Internet-Forums Reddit besonders gefragt. Dabei stellten sie sich gegen sogenannten Shortseller wie Citron Research und Melvin Capital, die massiv auf fallende Kurse der besagten Unternehmen gewettet hatten. Daraufhin schossen die Aktienkurse nach oben und einige Hedgefonds erlitten extrem hohe Verluste.

Durch die Handelsrestriktionen von Brokern wie Robinhood sehen sich die Kleinanleger deswegen auf ihrer Gewinnstrecke ausgebremst. Sie hegen den Verdacht, dass die Handelsplattformen den Hedgefonds den Rücken freihalten. Robinhood und Co. streiten dies ab, doch die Empörung ist nicht nur bei der Anleger-Community gross, sondern auch in der Politik.

Hedgefonds Melvin verliert mehrere Milliarden
Die Marktverwerfungen haben Melvin im Januar Milliarden gekostet. Das verwaltete Vermögen des professionellen Investors, der sein Geld unter anderem mit Wetten auf fallende Kurse verdient, sackte im Januar um rund 4,5 Milliarden auf zirka 8 Milliarden Dollar ab, wie das «Wall Street Journal» unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtete. In den acht Milliarden Dollar seien 2,75 Milliarden enthalten, die der Hedgefonds von den beiden Vermögensverwaltern Citadel und Apollo in der letzten Januar-Woche erhalten hatte. Bereinigt um diesen Effekt sei das Vermögen um mehr als die Hälfte gesunken.

Der Hedgefonds gilt damit als einer der grössten Verlierer der Marktturbulenzen der vergangenen Wochen. (awp/mc/pg)

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