VP Bank 2020 von Auswirkungen der Coronakrise gebremst

Gebäude der VP Bank in Vaduz. (Foto: VP Bank)

Vaduz – Die VP Bank ist im vergangenen Jahr durch die Folgen der Coronakrise ausgebremst worden. Wegen einer grösseren Wertberichtigung im Kreditportfolio vom vergangenen Frühling ist der Gewinn deutlich geschrumpft. Die Aktionäre erhalten nun eine niedrigere Dividende.

Der Konzerngewinn belief sich gemäss definitiven Zahlen auf 41,6 Millionen Franken nach 73,5 Millionen im Jahr davor, wie die VP Bank am Dienstag mitteilte. Das Liechtensteiner Institut hatte den Gewinnrückgang bereits im Januar angekündigt. Die Aktionäre erhalten nun eine Dividende von 4,00 Fr. je Namenaktie A nach 5,50 Fr. resp. von 0,40 Rappen (VJ 0,55) je Namenaktie B.

Die betreuten Kundenvermögen erhöhten sich innert Jahresfrist auf 47,4 Milliarden Franken, nachdem sie Ende 2019 noch bei 46,7 Milliarden Franken gelegen hatten. Dabei half ein Neugeldzufluss von noch 1,4 Mrd Fr. nach 2,1 Mrd im Jahr davor. Die Zuflüsse an neuen Kundengeldern hätten dank «intensiver Marktbearbeitung» und der Rekrutierung von neuen Kundenberatern erzielt werden können, so die Bank.

Tieferer Geschäftsertrag
Insgesamt reduzierte sich der Geschäftsertrag des Vermögensverwaltungsinstituts um 2,7 Prozent auf 319,0 Millionen Franken. Dies war auf tiefere Zins- und Handelserfolge wie auch auf sinkende Erträge aus Finanzanlagen zurückzuführen. Derweil verbesserte sich der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft.

Der Geschäftsaufwand nahm dagegen leicht um 0,6 Prozent auf 250,1 Millionen Franken ab. Das Verhältnis Aufwand zu Ertrag, die sogenannte Cost-Income-Ratio, fiel mit 69,3 Prozent ungünstiger als noch im Vorjahr (67,6 Prozent).

Strategie 2026
2021 beginne für die Bank nun der neue Strategiezyklus, der bis Ende 2026 dauere, heisst es in der Mitteilung. Die VP Bank hatte bereits zum Halbjahr mitgeteilt, dass sie die Ziele für den «Strategiezyklus 2025» wegen der Coronakrise auf 2026 verschoben hat.

Gemäss den für diesen Zyklus definierten Zielen strebt die Bank ein Netto-Neugeldwachstum von mindestens 4 Prozent, eine Gewinnmarge grösser als 15 Basispunkte, eine Cost/Income Ratio bei maximal 70 Prozent sowie eine Tier 1 Ratio grösser als 20 Prozent an. «Kernziel» ist zudem ein Konzerngewinn von 100 Millionen Franken per Ende 2026.

Partnerschaft in Hongkong
Wie die VP Bank weiter mitteilte, hat sie mit der chinesischen Hywin Wealth Management eine Partnerschaftsvereinbarung unterzeichnet. Gemeinsam werde eine Kooperationsplattform über die Hongkonger Niederlassung von Hywin etabliert, um wohlhabenden chinesischen Kunden Vermögensverwaltungsdienstleistungen im Ausland anzubieten. Eine Absichtserklärung hatten die Partner bereits im Sommer 2019 unterzeichnet.

Der Generalversammlung wird zudem die Wahl von Philipp Elkuch als neues Mitglied des Gremiums vorgeschlagen. Der Liechtensteinischer Staatsbürger ist seit 2019 Global Head of Digital Strategy & Transformation bei Sulzer. Wie bekannt, tritt Verwaltungsratspräsident Fredy Vogt an der Generalversammlung ab, zum Nachfolger soll Thomas Meier gewählt werden.

Für 2021 sieht die VP Bank die zahlenmässige Prognostizierbarkeit als schwierig an. Das Institut werde auch unter den durch Corona beeinflussten veränderten Rahmenbedingungen das Geschäft in den Kernbereichen vorantreiben, heisst es. Asien werde die Standortentwicklung 2021 massgeblich prägen. (awp/mc/ps)

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