Zuger KB will Geschäft mit ausländischen Kunden ganz aufgeben

Pascal Niquille

Pascal Niquille, Präsident der Geschäftsleitung Zuger Kantonalbank. (Bild: Zuger KB)

Zug – Die Zuger Kantonalbank will sich offenbar von Kunden mit Wohnsitz im Ausland ganz trennen. «Wir ziehen uns aus dem grenzüberschreitenden Geschäft zurück. Anfang März haben wir unsere rund 1000 Kunden mit Wohnsitz ausserhalb der Schweiz informiert, dass wir die Geschäftsbeziehung im Verlauf dieses Jahres kündigen werden», sagte Geschäftsleiter Pascal Niquille gegenüber der «SonntagsZeitung» (SoZ, Ausgabe 23.03.)

Die Bank sei nie auf ausländische Kunden fokussiert gewesen und sei in den Märkten ausserhalb der Schweiz zu klein, um diese Kunden rentabel zu betreuen, heisst es weiter. Eine Weissgeldstrategie erfordere nicht nur Abklärungen, ob Kundengelder versteuert seien. Danach beginne die Arbeit erst richtig. Landesspezifische Bescheinigungen für die Steuerverwaltung seien nötig. Zudem wollten Kunden Wertschriften im Depot, die Steuervorteile böten, und wenn eine Erbschaft ins Haus steht, sei länderspezifisches Fachwissen gefragt, werden die Anforderungen illustriert.

Schwer kalkulierbare Risiken
Darüber hinaus sei die grenzüberschreitende Beratung heikel und je nach Land verboten. «Kundenberater müssen nicht nur von jedem Land das Steuerrecht im Detail kennen. Sie müssen auch genau wissen, was beim Kundenkontakt erlaubt ist. Darf ich mit meinem Kunden telefonieren, falls ja, darf ich ihn beraten, und in welchem Umfang ist das möglich? Die Antworten lauten für jedes Land anders», so Niquille weiter. Die Risiken für das grenzüberschreitende Geschäft bezeichnet er so als schwer kalkulierbar.

Bei der Zuger KB schrumpfte die Gesamtzahl der Kunden mit Domizil im Ausland im Geschäftsjahr weiter und betrugt noch etwas über 1’000 Personen, wie es Ende Januar anlässlich der Bilanzpressekonferenz hiess. Vor der Einführung der Selbstdeklaration zur Steuerehrlichkeit für sämtliche Kunden im Jahr 2012 habe die Zahl der im Ausland wohnhaften Kunden noch rund 4’500 betragen.

Die Zahl der Kunden mit Domizil USA bezeichnete Niquille damals als noch eine «Handvoll Kunden». Von diesen hätten praktisch alle Wurzeln im Kanton Zug und meist auch Immobilienbesitz verbunden mit einer Hypothek bei der Bank. (awp/mc/ps)

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