Zurich will weiter Kosten senken und profitabler werden

Mario Greco

Zurich-Konzernchef Mario Greco. (Foto: Zurich)

Zürich – Die Zurich Insurance Group legt den Fokus in den kommenden drei Jahren verstärkt aufs Sparen und weniger auf Wachstum. Der seit März amtierende CEO Mario Greco hat die Organisation und das Geschäftsmodell des Versicherers vereinfacht und dreht weiter an der Kostenschraube. Die Aktionäre sollen auch in Zukunft in den Genuss hoher Dividendenausschüttungen kommen, was den Aktien an der Börse Auftrieb verleiht.

Die Zurich sei mit einem breiten Versicherungsangebot gut aufgestellt und geographisch bestens diversifiziert, erklärte Greco am Donnerstag in London vor Analysten. Im dem aktuell von tiefen Zinsen, Preisdruck und einer stagnierenden Weltwirtschaft geprägten Marktumfeld strebe man aber nicht wie in den vergangenen Jahren nach Wachstum. «Vielmehr geht es darum, die Ergebnisse nachhaltig zu steigern und mehr Kapital an die Aktionäre auszuschütten.»

Kostenbasis weiter senken
Die Erfolge der eingeschlagenen Strategie misst die Zurich in der Strategieperiode 2017-19 weiterhin anhand der Eigenkapitalrendite gemessen am Business Operating Profit (BOP). Die Rendite werde 2017 über die Schwelle von 12% klettern und danach weiter ansteigen, versprach der CEO. Vom bisherigen Zielkorridor von 12-14% hat sich der Konzern mit Blick auf das herausfordernde Umfeld wenig überraschend verabschiedet.

Damit das Rentabilitätsziel erreicht werden kann, tritt die Zurich stärker als ursprünglich vorgesehen auf die Kostenbremse. Bis Ende 2019 sollen die Kosten auf Basis der Ausgaben aus dem Jahr 2015 (10,3 Mrd USD) um total 1,5 Mrd auf noch 8,8 Mrd sinken. Bis dato galt hier für die Periode 2016-18 ein Zielwert von 1 Mrd.

Das nun höhere Sparziel werde vorrangig durch Verbesserungen im IT-Bereich, bei Verträgen mit Lieferanten, bei Shared Services-Angeboten sowie im Beschaffungsprozess erreicht, hiess es. In Sachen Stellenabbau wollte sich der CEO aber nicht auf eine Zahl festlegen. Im vergangenen Februar war noch die Rede davon, dass vom Konzernumbau rund 8’000 der weltweit 55’000 Angestellten betroffen sein werden.

Die Sparübung kostet Geld: In den Jahren 2017 und 2018 rechnet die Gruppe mit Restrukturierungskosten von jeweils 500 Mio USD. Bereits für das laufende Jahr wurden für die Restrukturierung Kosten in derselben Grössenordnung budgetiert.

Kunden im Fokus
Den Umbau der Gruppe hatte Mario Greco bereits in den vergangenen Monaten eingeleitet. Im Juni ersetzte er die unflexible Matrix- durch eine schlankere, länderorientierte Struktur. Und Mitte September kündigte die Zurich die Zusammenführung des Grosskunden- und Firmenkunden-Geschäfts unter dem Dach von *Commercial» an.

Im Bereich «Commercial», wo zuletzt in einigen Segmenten wegen zu tiefer Tarife Verluste resultierten, werde man die technische Expertise weiter verbessern, so Greco. Dabei könne man auf das Know-how im Management internationaler Programme für multinationale Grossunternehmen aufbauen. Für weltumspannende Kontrakte hat die Zurich zudem das Team Global Specialties ins Leben gerufen.

Der Retail-Bereich, der aktuell etwa die Hälfte zum Gruppengewinn beisteuert, soll sich gegenüber der Konkurrenz durch höhere Kundenzufriedenheit und -treue abheben. Geplant seien auch weitere Bankvereinbarungen. Beim US-Partner Farmers Exchanges will der Zurich-Konzern die Einnahmen etwa mit Cross Selling-Massanahmen steigern.

Dividendenversprechen von 17 Franken und mehr
Die Aktionäre sollen weiterhin mit «attraktiven» Dividenden bei Laune gehalten werden. Bis zu 75% des Gewinns bzw. mindestens 17 CHF je Aktie würden künftig ausbezahlt, hiess es. Gestützt werde dies durch die angestrebte Steigerung der Rentabilität und einer soliden Bilanz. Die Kapitalquote soll sich nach dem firmeneigenen Z-ECM-Modell weiterhin im Bereich von 100 bis 120% bewegen und in den kommenden drei Jahren rechnet die Zurich mit Mittelzuflüssen von total 9,5 Mrd USD.

An der Börse wurde das Versprechen gut aufgenommen, schliesslich hatten Anleger mit einer Dividendenkürzung im Frühling gerechnet. Bis Börsenschluss kletterten die Zurich-Papiere um 1,8% auf 267,30 CHF in die Höhe, während der Gesamtmarkt (SMI) 0,64% dazugewann. (awp/mc/upd/pg)

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