Zürich – Die Zurich kommt beim geplanten Kauf des Spezialversicherers Beazley einen grossen Schritt voran. Sie hat ihre Offerte abermals erhöht und bekommt vom Verwaltungsrat der Briten diesmal Rückendeckung. Der Deal ist aber noch nicht in trockenen Tüchern. Zurich und der Verwaltungsrat von Beazley haben sich «im Grundsatz» über die finanziellen Bedingungen für ein Kaufangebot geeinigt, teilte der Versicherer am Mittwoch mit. Nun werde gemeinsam ein verbindliches Angebot ausgearbeitet und zu einem späteren Zeitpunkt vorgelegt.
Um die Gunst der Briten zu gewinnen, legt die Zurich noch mehr Geld auf den Tisch: Neu bietet sie je Beazley-Aktie 1310 britische Pence in bar. Und wird die zu erwartende Dividendenzahlung an die Beazley-Aktionäre dazugerechnet, dann beträgt der Gesamtwert 1335 Pence. Das neue Angebot bewertet Beazley mit rund 8,0 Milliarden Pfund.
Gemeinsam mit Beazley kann die Zurich zum weltweit führenden Anbieter im Specialty-Geschäft aufsteigen, hatte Konzernchef Mario Greco vor gut zwei Wochen im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP gesagt. Damals hatte die Gruppe 1280 Pence je Beazley-Aktie geboten.
Deal noch nicht in trockenen Tüchern
Mit dem neuen und höheren Angebot scheint die Zurich den Beazley-Verwaltungsrat auf seine Seite gezogen zu haben. Dieser hatte die vorherigen Offerten als zu tief zurückgewiesen. Nun heisst es: «Der Verwaltungsrat hat den Vorschlag mit Beratern sorgfältig geprüft und ist zum Schluss gekommen, dass die finanziellen Bedingungen so ausgestaltet sind, dass er den Aktionären den Deal empfehlen kann.»
Noch ist der Kauf aber nicht unter Dach und Fach. Das kommt auch in den Aktienkursen zum Ausdruck: In London steigen die Beazley-Titel zwar an, liegen aber mit 1260 Pence immer noch deutlich unter dem Angebotspreis. Die Zurich-Papiere gewinnen indes knapp 2 Prozent. Am Markt hatte man über eine deutlichere Preisaufbesserung spekuliert.
Von langer Hand geplant
Die Zurich arbeitet seit über einem Jahr an einem Kauf von Beazley. Mit den Briten soll das Geschäft mit Spezialversicherungen in den Bereichen Cyber, Infrastruktur oder erneuerbare Energien weltweit ausgebaut werden.
Und mit Beazley könnte Firmenchef Greco sein Versprechen an die Investoren, er werde die Sparte mit den lukrativen Spezialversicherungen ausbauen, auf einen Schlag erfüllen. Zusammen beläuft sich das Prämienvolumen der beiden Gruppen in der Spezialversicherung auf rund 15 Milliarden US-Dollar, dazu würde Beazley rund 6 Milliarden beisteuern. (awp/mc/pg)
