Zurich geht beim Spezialversicherer Beazley in die Offensive

Mario Greco

Zurich-CEO Mario Greco. (Foto: Zurich)

Zürich – Die Zurich-Gruppe will das Geschäft mit Spezialversicherungen ausbauen. Der weltweit tätige Versicherer sieht in Bereichen wie Infrastruktur, erneuerbare Energien, Cyber oder Bauwesen grosses Potenzial und legt für den britischen Spezialversicherer Beazley eine Milliardenofferte vor.

Am Montag hat Zurich für die Briten das Kaufangebot öffentlich gemacht, nachdem eine zuvor nur an den Beazley-Verwaltungsrat gerichtete Offerte als «klar unterbewertet» zurückgewiesen worden war. Nun richtet sich die Zurich mit dem aufgebesserten Angebot an alle Aktionärinnen und Aktionäre.

Neu bietet die Zurich 1280 britische Pence je Beazley-Aktie, nachdem in der ersten Offerte an den Verwaltungsrat ein Preis in Höhe von 1230 Pence in bar in Aussicht gestellt worden war. Das neue Angebot hat einen Gesamtwert von knapp 7,8 Milliarden Pfund oder gut 10 Milliarden US-Dollar.

«Strategisch sinnvolles Angebot»
«Wir sind der Überzeugung, dass wir ein strategisch sehr sinnvolles und finanziell attraktives Angebot unterbreitet haben», sagte Zurich-Chef Mario Greco im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. «Wir werden nun sehen, wie die Aktionärinnen und Aktionäre darauf reagieren und ob der Zusammenschluss zustande kommt.»

Die Zurich hatte in den vergangenen Jahren das Geschäft mit Spezialversicherungen ausgebaut und am Investorentag im November betont, dass man weiter in diesen Bereich investieren werde. Beazley könnte der nächste grosse Schritt in den Bemühungen der Zurich sein.

«Wir haben die Prämieneinnahmen im Specialty-Geschäft bis 2024 auf rund 9 Milliarden US-Dollar ausgebaut und würden mit Beazley ein Prämienvolumen von rund 15 Milliarden Dollar erzielen. Damit könnten wir zum weltweit führenden Anbieter in diesem Bereich aufsteigen», sagte Greco.

Für Beazley bietet die Zurich laut Greco eine breit abgestützte Distributionsplattform. Zudem verfüge der Konzern über das nötige Kapital, um ins Wachstum der Briten zu investieren.

«Bei der allfälligen Übernahme von Beazley geht es nicht um Kostensenkungen oder Stellenabbau. Vielmehr würden wir Beazley dabei unterstützen, ihr Geschäft etwa in Europa oder in den USA, wo wir stark vertreten sind, auszuweiten», versprach Greco.

Beazley-Aktien gesucht
Finanzieren will Zurich den allfälligen Zukauf durch den Einsatz bestehender Barmittel und mit neuen Schuldinstrumenten. Ein verbleibender Betrag werde durch eine Aktienplatzierung bereitgestellt. Unter dem Strich soll die Übernahme auch zur Erreichung der Finanzziele 2027 der Zurich beitragen und könnte gar zu einer Erhöhung der Ziele führen.

An der Londoner Börse wurde das Beazley-Angebot mit Applaus aufgenommen. Die Titel rückten um 43 Prozent auf 1170 Pence vor. Die Aktien der Zurich gaben nach zunächst deutlicheren Abgaben zu Handelsende nur noch um 0,6 Prozent auf 574 Franken nach. (awp/mc/pg)

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