Graubünden zwischen Machtwechsel, Innovationssuche und Sommergeschäft

Piz Terri (Bild: Helmuth Fuchs)

Chur – Graubünden startet mit einem bemerkenswert dichten Nachrichtenbogen in die neue Woche: In Chur ordnet die neu gewählte Regierung nach den Wahlen vom 14. Juni ihre Departemente neu, während in den Regionen Fragen der Energie, der touristischen Erschliessung und der lokalen Wertschöpfung sichtbar bleiben. Gleichzeitig zeigen Meldungen aus dem Umfeld von Repower, Postauto-Angeboten und regionalen Entwicklungsorten, dass der Kanton seine wirtschaftliche Zukunft weiterhin aus einer Mischung von Infrastruktur, Technologie und alpiner Standortpolitik formt.

Wirtschaft & Politik

Die politisch wichtigste Meldung der Berichtstage kommt aus Chur: Die Bündner Regierung hat am 30. Juni die Departemente verteilt und am 1. Juli weitere Kantonsvertretungen sowie nebenamtliche Mitarbeitende gewählt. Das ist mehr als Verwaltungsroutine; nach den Wahlen markiert die personelle und institutionelle Feinjustierung den eigentlichen Beginn der neuen Legislatur, in der wirtschafts- und finanzpolitische Dossiers wieder klarer zugeordnet werden.

Die Departementsverteilung und Regelung der Stellvertretung sehen für die kommende Amtsperiode vom 1. Januar 2027 bis 31. Dezember 2030 wie folgt aus:

Die Bündner Regierung in neuer Zusammensetzung (von links): Martin Bühler, Peter Peyer, Carmelia Maissen, Marcus Caduff und Valérie Favre Accola

Hinzu kommt der parlamentarische Nachlauf der Aprilsession: Die Regierung hat am 29. Juni ihre Antworten auf hängige Vorstösse veröffentlicht. Für den Wirtschaftsstandort ist dies relevant, weil in Graubünden viele Weichen nicht in spektakulären Einzelentscheiden gestellt werden, sondern in der schrittweisen Bearbeitung von Energie-, Infrastruktur- und Regionalpolitik.

Aus den Regionen sticht eine Meldung von RTR hervor: Grono beteiligt sich erneut mit 10 Prozent an der Repower Moesano SA. Das ist ein kleines, aber instruktives Signal dafür, wie stark Energiepolitik in Graubünden noch immer lokal verankert bleibt und wie Gemeinden versuchen, Wertschöpfung, Versorgung und Einfluss im eigenen Tal zu halten.

Innovation & Energie

Auch im Themenfeld Innovation fällt auf, dass Graubünden seine Dynamik weiterhin aus Schnittstellen bezieht: aus Energie, Mobilität und institutioneller Erneuerung. Die RTR-Meldung zur Repower-Beteiligung im Moesano verweist auf den anhaltenden Stellenwert dezentraler Energiegesellschaften und regionaler Investitionsmodelle.

Eine zweite, praktischere Entwicklung betrifft die Mobilität im Sommer: In der Region Engadin Scuol Zernez verkehren seit dem 27. Juni bis Ende Oktober bei guter Witterung täglich zwei zusätzliche Postautos von Zernez zur Passhöhe Süsom Givè. Das wirkt auf den ersten Blick wie eine touristische Randnotiz, ist aber tatsächlich ein Beispiel für jene kleinteilige Angebotsinnovation, mit der alpine Räume Erreichbarkeit, Besucherlenkung und öV-Nutzung verbessern.

Natur & Kultur

Im dritten Themenblock dominiert die Verflechtung von Natur, Kultur und Sommerbetrieb. Auf kantonaler Ebene sind die Jagdbetriebsvorschriften und die Abschussplanung 2026 publiziert worden; sie verweisen auf den in Graubünden politisch hochsensiblen Umgang mit Wildbeständen und damit indirekt auch auf die Debatten über Grossraubtiere, Landnutzung und Schutzinteressen.

Daneben bleibt das Kulturfeld in Bewegung: Bereits Ende Juni war die Ernennung von Raphael Gygax zum neuen Direktor des Bündner Kunstmuseums bekannt geworden, was für die kantonale Kulturpolitik und die Positionierung Churs als Kulturstandort über die Region hinaus Bedeutung hat. (Perplexity/mc/hfu)


Verwendete Quellen

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