Adidas schockt Anleger mit drastischer Gewinnwarnung

Herbert Hainer

Herbert Hainer, ehemaliger Adidas-CEO.

Adidas-Chef Herbert Hainer.

Herzogenaurach – Trotz der erfolgreichen Fussball-Weltmeisterschaft muss der Sportartikelhersteller Adidas seine Gewinnprognose drastisch senken. Wegen des sich zuspitzenden Konflikts des Westens mit Russland wegen der Ukraine und der ungelösten Probleme in seiner Golfsparte rechnet der Konzern in diesem Jahr nun mit einem um bis zu einem Fünftel auf etwa 650 Millionen Euro sinkenden Überschuss, wie das Unternehmen am Donnerstag überraschend mitteilte. Bislang hatte der Nike-Konkurrent einen unterm Strich stabilen bis steigenden Gewinn angekündigt. Auch beim Umsatzziel ruderte der Vorstand zurück.

An der Börse wurde die Gewinnwarnung mit Schrecken aufgenommen. Die im Dax notierte Aktie gab in den ersten Handelsminuten um elf Prozent nach und fiel auf den tiefsten Stand seit Sommer 2012.

Umbau der Golfsparte wird forciert
Beim um Währungseffekte bereinigten Erlös erwartet der Vorstand nun noch einen Anstieg im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich. Bisher hatte der Ausrüster der deutschen Nationalmannschaft mit einem Anstieg im hohen einstelligen Bereich gerechnet. Zwischen April und Ende Juni legte der Umsatz währungsbereinigt um zehn Prozent zu. Der starke Euro frass allerdings den grössten Teil des Zuwachses wieder auf, so dass ein bilanziertes Plus von nur zwei Prozent auf 3,47 Milliarden Euro übrig blieb. Der Gewinn brach um 16 Prozent auf 144 Millionen Euro ein.

Probleme bereitete im zweiten Quartal vor allem das Golfgeschäft. In der Sparte TaylorMade-adidas Golf ging der Umsatz um 18 Prozent zurück. Damit konnte der Rückgang im Vergleich zum ersten Quartal zwar gedämpft werden. Der Bereich bleibt aber das Sorgenkind der Herzogenauracher. Adidas-Chef Herbert Hainer kündigte an, den Umbau der Golfsparte forcieren zu wollen.

Weniger Läden in Russland
Daneben bereitet ihm vor allem der sich verschärfende Konflikt in der Ukraine und die damit verbundenen Folgen für Russland Sorgen. Dies drückt zum einen auf die russische Währung und damit auf den Adidas-Umsatz. Zum anderen steigen dadurch die Risiken in Russland und anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Die Region gehört neben China und Nordamerika zu den Märkten, in denen Adidas das Geschäft stark ausbauen will.

Wegen der anhaltenden politischen Unsicherheit beschloss der Konzern, die geplanten Geschäftseröffnungen in Russland und der Region deutlich zu reduzieren. Zudem sollen mehr Läden geschlossen werden als bisher vorgesehen. Unter anderem wegen dieser Probleme verschob Adidas auch die bisher für 2015 vorgenommenen Ziele nach hinten. (awp/mc/ps)

 

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