Bajaj Mobility mit Umsatz- und Ergebnisverbesserung im dritten Quartal

Gottfried Neumeister, CEO Bajaj Mobility. (Foto: Pierer Mobility)

Mattighofen – Bajaj Mobility hat im dritten Quartal 2026 den Konzernumsatz klar gesteigert und ein positives Betriebsergebnis erzielt. Die Sanierung der Gruppe schreitet voran, der Ausblick bleibt indes weiter vage.

Konkret stieg der Umsatz um 57 Prozent auf 351,1 Millionen Euro. Der Motorradabsatz erhöhte sich um 51 Prozent auf 47’390 Einheiten, wie Bajaj Mobility am Dienstag mitteilte.

Bei den Regionen wurde in Europa mit über 20’200 Einheiten der grösste Absatz erzielt, Nordamerika folgt mit gut 11’600 Fahrzeugen und Lateinamerika mit gut 7500. Bei den einzelnen Produktgruppen machten Offroad-Sportmotorcycles einen deutlichen Umsatzsprung auf 175,3 Millionen Euro nach 56,0 Millionen im Vorjahr. Damit stellen sie rund die Hälfte des Umsatzes. Dahinter folgen Spreet-Sportmotorcycles (+1,3% auf 93,1 Mio) und Sportminicycles (+128% auf 19,8 Mio).

Der operative Gewinn auf Stufe EBITDA verbesserte sich auf 40,7 Millionen Euro, was einer Marge von 11,6 Prozent entspricht. Im Vorjahr stand hier noch ein Fehlbetrag von 38 Millionen. Der EBIT drehte ebenfalls ins Plus auf 11,3 Millionen Euro, nach einem bereinigten EBIT von minus 71 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Die EBIT-Marge erreichte 3,2 Prozent. Damit habe sich der positive Trend fortgesetzt – im zweiten Quartal war erstmals ein positives Ergebnis erzielt worden.

Gewinn von Finanzergebnis belastet
Unter dem Strich stand indes noch ein Verlust von 2,8 Millionen Euro. Das ist allerdings gegenüber dem Vorjahresverlust von 73,3 Millionen eine deutliche Verbesserung. Hier belastete unter anderem das mit minus 16,6 Millionen Euro weiterhin negative Finanzergebnis. Mit dem Vorjahr sei die Entwicklung schwer vergleichbar, da 2025 die Zinsverrechnung für verzinsliche Finanzverbindlichkeiten – die Teil des Sanierungsverfahrens waren – ausgesetzt war, erklärt Bajaj.

Zudem wurde der im ersten Quartal begonnene Personalabbau abgeschlossen. Per Ende September beschäftigt Bajaj Mobility 3631 Mitarbeitende, nach 3782 per Ende 2025. Im Oktober habe derweil die neue Fahrzeug- und Motorenmontage in Manaus, Brasilien, ihren operativen Betrieb aufgenommen.

Ausrichtung auf Kerngeschäft
Die ersten neun Monate seien massgeblich von der Sanierungsphase geprägt gewesen, zeitweise kamen auch Produktion und Verkauf zum Stillstand. Dennoch überstieg der Konzernumsatz in dieser Zeit mit 1,1 Milliarden Euro erstmals die Milliardengrenze. Weltweit seien die Motorradbestände innerhalb der Gruppe sowie bei Händlern und Importeuren nach der Bestandsreduktion der Vorjahre nun auf einem stabilen Niveau, hiess es.

Für den Rest des Geschäftsjahres will die österreichische Gruppe die Profitabilität weiter steigern und den freien Cashflow verbessern. Zudem sollen Kosten- und Organisationsstrukturen optimiert sowie die Lagerbestände auf einem effizienten Niveau gehalten werden. Die Ausrichtung auf das Kerngeschäft Motorrad werde vorangetrieben.

Insgesamt sei das Restrukturierungsprogramm «umfangreich» und werde weiter von einem geopolitisch herausfordernden Umfeld begleitet. Zwar sei der Nahe Osten kein wesentlicher Absatz- oder Beschaffungsmarkt, die Entwicklung könne aber Auswirkungen auf die internationalen Lieferketten haben. Auch die US-Zollpolitik bleibe ein Unsicherheitsfaktor. (awp/mc/ps)

Exit mobile version