Schwacher Aussenhandel Chinas im November

Containerhafen Hongkong

Containerhafen Hongkong.

Containerhafen Hongkong.

Peking – Schrumpfende Importe, schwächelnde Exporte: Enttäuschende Handelszahlen aus China nähren die Sorge vor einer Konjunkturabkühlung in der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt. Die Importe fielen im November verglichen mit dem Vorjahresmonat um 6,7 Prozent und damit so stark wie seit einem halben Jahr nicht mehr, erklärte die Zollbehörde am Montag in Peking. Die Exporte legten mit 4,7 Prozent vergleichsweise schwach zu.

«Der Rückgang bei den Importen ist zwar teilweise auf rückläufige Rohölnotierungen zurückzuführen», sagte Frederik Kunze, Ökonom bei der Norddeutschen Landesbank. «Allerdings macht sich auch die zurückhaltende Binnendynamik in den amtlichen Zahlen bemerkbar.»

«Druck auf Regierung steigt»
Damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass die Politik eingreift. «Der Druck auf die Regierung steigt, mehr für die Stimulierung der Konjunktur zu tun», sagte Analyst Dariusz Kowalczyk von Crédit Agricole CIB in Hongkong.

Die chinesische Zentralbank könnte noch in diesem Jahr die Banken entlasten, indem diese weniger Geld bei ihr als Sicherheit hinterlegen müssen. Dadurch würden mehr Mittel für Kredite frei.

«Im Januar könnte dann eine Zinssenkung folgen», sagte Kowalczyk. Das würde Kredite verbilligen. Diese Aussicht beflügelte die Fantasie der Anleger: Der Aktienindex in Shanghai stieg um mehr als drei Prozent.

Angesichts der schwachen Aussenhandelszahlen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Wachstumsziel der chinesischen Regierung von 7,5 Prozent in diesem Jahr verfehlt wird. Es wäre auch so das kleinste Plus seit fast einem Vierteljahrhundert. (awp/mc/upd/ps)

 

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