Zug – Der dänische Atomreaktor-Entwickler Copenhagen Atomics wird offenbar in der Schweiz aktiv. Die Firma will in einigen Jahren mit der seriellen Produktion von relativ kleinen Atomreaktoren beginnen.
Das auf neuartige Atomreaktoren spezialisierte Unternehmen plant eine Sitzverlegung von Kopenhagen nach Zug, wie die «Sonntagszeitung» am Sonntag berichtete. Erste konkrete Schritte für den Wechsel in die Schweiz sind bereits sichtbar.
So hat der dänische AKW-Entwickler im Kanton Zug bereits im Mai dieses Jahres eine Aktiengesellschaft unter dem Namen Zug Atomics AG ins Handelsregister eintragen lassen. Als Mitglied des Verwaltungsrats ist unter anderem der Mitbegründer von Copenhagen Atomics, Thomas Jam Pedersen, aufgeführt. Zudem schreibt das Unternehmen aktuell mehrere Führungspositionen aus, deren Arbeitsort in Zug liegt. Gesucht werden beispielsweise ein Finanzchef sowie ein Verkaufsleiter.
Fokus auf Thorium-Reaktoren
Laut dem Zeitungsbericht begründet das dänische Unternehmen den geplanten Schritt mit wirtschaftlichen Überlegungen. Das regulatorische Umfeld in der Europäischen Union werde als schwierig für aufstrebende Technologiefirmen erachtet. Copenhagen Atomics arbeitet an der Entwicklung von vergleichsweise kleinen Reaktoren, die dereinst seriell in Fabriken hergestellt werden sollen. Diese Anlagen sollen primär mit Thorium betrieben werden, was gemäss Angaben der Firma nur wenig langlebigen Atommüll verursacht.
Die Schweiz ist für das skandinavische Start-up zudem kein unbekanntes Terrain. Es ist bereits länger bekannt, dass die Dänen zusammen mit dem Paul-Scherrer-Institut (PSI) eine Versuchsanlage im aargauischen Villigen planen. Entsprechende Genehmigungen für einen ersten Testreaktor werden bis im Jahr 2028 erhofft. (awp/mc/ps)
