Crans-Montana – Bei einem Brand in einer Bar im Walliser Ski-Ort Crans-Montana sind in der Silvesternacht mehrere Dutzend Menschen ums Leben gekommen. Rund hundert Personen wurden verletzt, die meisten von ihnen schwer.
«Eine Festnacht hat sich in einen Albtraum verwandelt», sagte Matthias Reynard, Walliser SP-Staatsrat und Vorsteher des Departements für Gesundheit, Soziales und Kultur, am Neujahrstag vor den Medien. » Wir sind alle erschüttert», fügte Frédéric Gisler, Kommandant der Walliser Kantonspolizei an. Er hat sein Amt am heutigen Tag angetreten.
Ein Anschlag wird ausgeschlossen, wie die Walliser Behörden am Neujahrstag vor den Medien sagten. Man habe Anzeichen gefunden, dass sich in der Bar ein Feuer entwickelt habe. Im Zuge dieses Feuers sei es zu Explosionen gekommen, sagte Staatsrat Stéphane Ganzer, Walliser FDP-Staatsrat, und Vorsteher des Departements für Sicherheit, Institutionen und Sport.
Wallis ruft «besondere Lage» aus
Die rund hundert Verletzten wurden in das Spital Wallis sowie in andere Spitäler gebracht. Das Spital Wallis hat den Katastrophenplan ausgelöst; die Intensivstationen und Operationssäle sind nach eigenen Angaben voll belegt. Ein Teil der Schwerverletzten, insbesondere Brandopfer, wurde bereits in Universitätsspitäler in anderen Kantonen verlegt.
Der Walliser Staatsrat hat die «besondere Lage» ausgerufen, um den Grosseinsatz zu koordinieren. Damit sollen möglichst rasch und ohne Verzögerung alle nötigen Einsatzmittel mobilisiert werden können, hiess es in einem Communiqué. Mehrere hundert Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, Zivilschutz und Sanität stehen im Einsatz. Mobilisiert wurden unter anderem zehn Helikopter und 40 Ambulanzen.
Opfer wohl aus mehreren Ländern
Die Identifizierung der Verstorbenen hat laut Staatsanwaltschaft oberste Priorität. Da es sich um einen international frequentierten Ferienort handelt, wird davon ausgegangen, dass die Opfer aus verschiedenen Ländern stammen. Die rechtsmedizinischen Arbeiten seien aufwendig, weshalb Verstärkung aus benachbarten Kantonen angefordert wurde.
Für Angehörige wurde eine psychologische Betreuungszelle eingerichtet und eine Hotline geschaltet. Die Behörden riefen die Bevölkerung zu Zurückhaltung und Respekt gegenüber den Familien der Opfer auf. Von Spekulationen über die Brandursache sei abzusehen, da die Ermittlungen noch am Anfang stünden. (awp/mc/ps)
