Erleichterung in Griechenland nach Hilfspaket

Euro-Schuldenkrise Giechenland

Athen – Griechenland hat die Einigung der Euro-Finanzminister auf ein neues Hilfspaket mit Erleichterung, aber ohne Jubel aufgenommen. «Das Übereinkommen von Brüssel bedeutet für die Griechen in der Schuldenkrise die einstweilige Rettung, aber sie gibt keinen Anlass zum Feiern», schrieb die angesehene Online-Zeitung tovima.gr am Dienstag. «Für Griechenland ist jetzt die Zeit der Umgestaltung und der Neuordnung gekommen.» Wenn es seine Chance nicht nutze, werde es das nächste Mal keine Rettung mehr geben.

Mehrere grosse Zeitungen in Athen hatten ihren Redaktionsschluss verschoben, um die Entscheidung der Euro-Finanzminister noch in die Blätter aufnehmen zu können. «Es geschieht nicht alle Tage, dass einem Land 100 Milliarden Euro Schulden erlassen und Kredite von 130 Milliarden Euro gewährt werden», betonte die linksliberale Zeitung «Ta Nea».

Beginn einer neuen Ära
Das Übereinkommen markiere für Griechenland den Beginn einer neuen Ära: «Auf das Land kommen neue Opfer und neue Schwierigkeiten zu, aber es hat eine neue Perspektive und eine neue Chance erhalten, die es zu nutzen gilt.» Eine Karikatur auf der Titelseite von «Ta Nea» zeigte den griechischen Ministerpräsidenten Lucas Papademos und den schwergewichtigen Finanzminister Evangelos Venizelos, die das Übereinkommen in Brüssel ausgehandelt hatten, als Gallierhelden Asterix und Obelix.

Für die Situation selber verantwortlich
Die unabhängige Zeitung «Ethnos» erinnerte daran, dass die Griechen selbst dafür verantwortlich seien, dass ihr Land an den Rand einer Staatspleite geraten sei. «Wir Griechen dürfen die Dinge nicht wieder so schleifen lassen wie in den vergangenen zwei Jahren. Zugleich aber sind die EU-Partner und die Geldgeber aufgerufen, dazu beizutragen, dass die griechische Wirtschaft wieder wächst. Wenn das nicht gelingt, wird der Tag nicht fern sein, an dem wir erneut um eine Rettung ersuchen müssen.» (awp/mc/pg) 

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