Oleschky – Die von den USA vermittelte humanitäre Hilfsaktion für die russisch besetzte südukrainische Frontstadt Oleschky ist weitgehend abgeschlossen. «Gerade befinden wir uns in Armjansk und teilen die Fahrzeugkolonne auf», sagte die russische Menschenrechtsbeauftragte Jana Lantratowa in einer Videobotschaft bei Telegram. Ein Teil werde von der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim weiter in nicht besetzte Gebiete der Ukraine reisen. Die übrigen fahren nach Russland.
Lantratowa und ihr ukrainischer Kollege Dymtro Lubinez appellierten an First Lady Melania Trump, sich weiter für notleidende Menschen in Kriegszeiten einzusetzen. Es sei möglich, dass Aktionen wie die Rettung der Menschen aus der Frontstadt Oleschky und die Übergabe von Hilfsgütern wiederholt würden, sagten sie Journalisten. Lantratowa und Lubinez zeigten sich am Abend bei der Ankunft auf der Krim auch mit geretteten Kindern.
Dank an Melania Trump
Die Russin dankte Melania Trump für die Vermittlung der Waffenruhe und für die Organisation des Prozesses. Es habe keine Zwischenfälle oder Störungen gegeben, sagte sie. «Auch denjenigen, die sich nicht angemeldet und sich kurzfristig entschieden haben, wurde die Möglichkeit zur Abreise gewährt», sagte sie. Die Ombudsleute Russlands und der Ukraine hätten gemeinsam den gesamten Prozess verfolgt. Es habe auch einen eigenen Transport für Haustiere gegeben.
Oleschky wurde unmittelbar nach Kriegsbeginn im Februar 2022 von russischen Truppen besetzt. Damals hatte die Stadt noch etwa 24.000 Einwohner, von denen nur ein Bruchteil noch ausharrte. Seit dem Abzug der Russen aus der Gebietshauptstadt Cherson im November 2022 ist Oleschky Frontstadt.
Die Waffenruhe soll bis einschliesslich Sonntag dauern. Danach dürften Luftangriffe und Artilleriebeschuss unvermindert weitergehen – nennenswerte Fortschritte in den internationalen Bemühungen um eine Beendigung des Krieges gibt es nicht. Moskau hat seine Maximalforderungen nicht aufgegeben und die US-Regierung drängt vor allem die Ukraine seit längerem zu Kompromissen für einen Friedensschluss mit dem Angreifer Russland. (awp/mc/pg)
