Friedensnobelpreis geht an Navanethem «Navi» Pillay

Navanethem «Navi» Pillay, Trägerin des Friedensnobelpreises 2026. (Illustration: Niklas Elmehed © Nobel Prize Outreach)

Oslo – Die südafrikanische Juristin Navanethem «Navi» Pillay ist mit dem diesjährigen Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Pillay erhält den Preis für ihren Kampf für Frieden und internationales Recht. Das gab das norwegische Nobelkomitee in Oslo bekannt.

Navanethem «Navi» Pillay erhält den diesjährigen Friedensnobelpreis. Die Juristin aus Südafrika habe »massgeblich dazu beigetragen, dass Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord strafrechtlich verfolgt werden«, begründete das Nobelpreiskomitee seine Entscheidung. Ein solches Rechtssystem sei die Voraussetzung für eine friedliche Welt.

Der Chef des Komitees, Jørgen Watne Frydnes, lobte Pillays «festen moralischen Kompass» und den «roten Faden», der sich durch ihre Karriere ziehe. «Sie hat Staaten und nationale Führungskräfte zur Rechenschaft gezogen und Opfern von Gewalt und Konflikten Hoffnung gegeben», sagte er. So seien durch ihre Mitarbeit unter anderem sexuelle Gewalt und Vergewaltigung sowie die Verbreitung von Propaganda als Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord anerkannt worden.

Pillay wurde im Jahr 1941 in Durban geboren und begann nach ihrem Jurastudium, Menschen zu verteidigen, die sich gegen die Apartheid engagierten. Einer ihrer Mandanten war Nelson Mandela. Von 2003 bis 2008 war sie Richterin am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag und von 2008 bis 2014 Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte. Die Juristin leitete unter anderem eine unabhängige Untersuchungskommission, die Israel im vergangenen Jahr einen Völkermord in Gaza vorwarf.

Die Sprecherin der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Shabia Mantoo, nannte die Entscheidung des Komitees eine «fantastische Nachricht». Pillay sei eine «unermüdliche Verteidigerin und Fürsprecherin» für dieses Thema. Es sei wichtig, dass der Nobelpreis an jene verliehen werde, die sich gegen Verletzungen der Menschenrechte aussprechen. (mc/ps)

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