Stimmung in der deutschen Wirtschaft auf Rekordniveau

(Bild: Eisenhans / Fotolia)

München – In den deutschen Unternehmen hat sich die Stimmung zum Jahresauftakt überraschend verbessert und wieder das Rekordniveau vom vergangenen November erreicht. Das Geschäftsklima stieg im Januar um 0,4 Punkte auf 117,6 Zähler, wie das Münchner Ifo-Institut am Donnerstag mitteilte. Ifo-Präsident Clemens Fuest sagte: «Die Stimmung in den deutschen Chefetagen ist auch zu Jahresbeginn hervorragend».

Mit Blick auf die Stimmungsdaten geht Fuest davon aus, dass die deutsche Wirtschaft schwungvoll ins neue Jahr gestartet ist. Zuletzt hatte es zahlreiche starke Stimmungsindikatoren aus der grössten Volkswirtschaft Europas gegeben. Sie deuten allesamt darauf hin, dass der starke Aufschwung vom vergangenen Jahr nahtlos fortgesetzt werden kann.

Experten erwarteten Rückgang
Bankvolkswirte wurden von der positiven Entwicklung beim Ifo-Geschäftsklima überrascht. Sie hatten mit einem Rückgang des wichtigsten deutschen Konjunkturbarometers auf 117,0 Punkte gerechnet.

Kleiner Dämpfer
Beim Unterindikator für die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monaten gab es allerdings einen Dämpfer. Hier trübte sich die Stimmung etwas ein und der entsprechende Indexwert fiel von 109,4 Punkten im Dezember auf nur noch 108,4 Zähler.

Ganz anders zeigte sich hingegen die Einschätzung der aktuellen Lage. Diese wurde von den rund 7000 befragten Unternehmen überraschend gut und deutlich besser als noch im Dezember eingeschätzt. Hier stieg der Indexwert auf ein Rekordhoch von 127,7 Punkten.

«Wellnessoase»
Nach Einschätzung des Chefvolkswirts der VP Bank, Thomas Gitzel, geht es den deutschen Unternehmen nach wie vor blendend. «Die deutsche Wirtschaft gleicht derzeit einer Wellnessoase», kommentierte der Ökonom die Stimmungsdaten. Allerdings könnte sich die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt zunehmend als ein Problem für die Unternehmen erweisen. Vor dem Hintergrund der Vollbeschäftigung in mehreren deutschen Regionen könnte es zu einem Engpass bei Arbeitskräften kommen.

Der Leiter der Volkswirtschaft der DZ-Bank, Michael Holstein, sieht die deutsche Wirtschaft ebenfalls in einem kräftigen Aufschwung. Er verwies allerdings kritisch auf den leichten Rückgang bei den Geschäftserwartungen. «Der Optimismus ist also nicht mehr ganz so gross wie zuletzt. Das könnte darauf hindeuten, dass die Unternehmen Gefahren für den freien Welthandel sehen», sagte Holstein. (awp/mc/pg)

Ifo Institut

 

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