Inflation der Eurozone bleibt negativ

Inflation Eurozone

(Bild: © fotomek / fotolia.com)

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Luxemburg – Die Inflation im Euroraum hat wegen niedriger Energiepreise auch im März im negativen Bereich verharrt und den Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB) aufrecht erhalten. Wegen niedriger Energiepreise fielen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,1 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag nach einer ersten Schätzung mitteilte. Im Februar war die Inflation erstmals seit vergangenem September wieder in den negativen Bereich gefallen und hatte bei minus 0,2 Prozent gelegen. Die vom Markt stark beachtete Kernrate hat im März hingegen überraschend deutlich zugelegt.

Die ungewöhnlich schwache Teuerung setzt die EZB seit geraumer Zeit unter Druck, die für das Ziel der Preisstabilität eine Inflation von knapp zwei Prozent anstrebt. Zuletzt hatte die Notenbank ein ganzes Feuerwerk an Massnahmen im Kampf gegen die zu niedrige Inflation beschlossen, darunter weitere Zinssenkungen und eine Ausweitung des Kaufprogramms von Wertpapieren. Durch die aktuellen Preisdaten dürfte sich die EZB in ihrer Vorgehensweise bestätigt sehen, sagte Expertin Viola Julien von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).

Kernrate stärker als erwartet
Nach wie vor wird die Teuerung im gemeinsamen Währungsraum durch günstige Energiepreise stark gebremst. Der jüngste Anstieg der Ölpreise hat sich nach Einschätzung von Experten nur wenig bemerkbar gemacht. Teurer waren im März laut Eurostat Nahrungs- und Genussmittel.

Die Kernrate der Verbraucherpreise, bei der die schwankungsanfälligen Preise für Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak ausgeklammert sind, legte laut Eurostat im März um 1,0 Prozent zu. Hier hatten Volkswirte einen etwas schwächeren Zuwachs um 0,9 Prozent erwartet. Die Kernrate spielt für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) eine wichtige Rolle und wird daher an den Märkten stark beachtet.

Stärkere Inflation in Deutschland
Am Devisenmarkt reagierte der Euro mit Kursgewinnen auf die Preisdaten. Nach Veröffentlichung der Kennzahlen erreichte die Gemeinschaftswährung im späten Nachmittagshandel 1,1368 US-Dollar und damit den höchsten Stand seit Februar.

Ein überraschend starker Zuwachs bei der Teuerung in Deutschland konnte die schwache Preisentwicklung in anderen führenden Volkswirtschaften der Eurozone nicht ausgleichen. Am Donnerstag wurde gemeldet, dass die HVPI-Inflation in Frankreich, Italien und Spanien weiter im negativen Bereich verharrte. Dagegen war bereits am Mittwoch bekannt geworden, dass die nach europäischen Standards errechnete Inflation in Deutschland im März bei plus 0,1 Prozent gelegen hatte.

Experten erwarten keine schnelle Veränderung
Experten des Analysehauses Capital Economics gehen davon aus, dass die Inflation der Eurozone in den kommenden Monaten weiter in der Nähe der Nullmarke verharren dürfte. Erst in der zweiten Jahreshälfte werde der negative Effekt durch die günstigen Energiepreise an Kraft verlieren und die Inflation könne wieder zulegen. (awp/mc/ps)

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