Japans Exportmotor gewinnt weiter an Fahrt

Fahrzeugproduktion bei Toyota.

Tokio – Japans Exporte sind dank guter Geschäfte mit dem wichtigen Handelspartner China so stark wie seit über zwei Jahren nicht mehr gestiegen. Im März habe es bei den Ausfuhren im Jahresvergleich einen Zuwachs um 12,0 Prozent auf 7,2 Billionen Yen (62 Milliarden Euro) gegeben, teilte das Finanzministerium am Donnerstag auf vorläufiger Basis mit. Dies ist der stärkste Anstieg seit Januar 2015.

Volkswirte wurde von den Daten überrascht. Sie hatten für März nur mit einem Exportzuwachs um 6,2 Prozent gerechnet. Bereits im Februar waren die Ausfuhren mit 11,3 Prozent im Jahresvergleich vergleichsweise stark gewachsen. Die Ausfuhren der drittgrössten Volkswirtschaft der Welt sind damit den vierten Monat in Folge gestiegen.

Anziehen der Weltwirtschaft stützt Japans Exporte
Japans Exportwirtschaft profitiere von einem allgemeinen Anziehen der Weltwirtschaft, sagte Experte Masaki Kuwahara von der japanischen Bank Nomura. In Asien habe sich die Konjunktur zuletzt gut entwickelt, und dies stütze unmittelbar die japanische Exportwortschaft.

Mit der globalen Konjunktur gehe es «bergauf», sagte auch der Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds (IWF), Maurice Obstfeld, in einem Interview mit der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». «Wir sehen ein besser als erwartetes Wachstum in Europa und in Asien, dort vor allem in China und Japan.»

Überraschend starke Importe
Einen unerwartet starken Zuwachs meldete das japanische Finanzministerium auch bei den Einfuhren. Im März seien die Importe im Jahresvergleich um 15,8 Prozent auf den Wert von 6,6 Billionen Yen gestiegen. Dazu trug massgeblich bei, dass Japan mehr an Öl und Kohle importierte. Da die meisten Atomkraftwerke seit dem Gau in Fukushima still stehen, erzeugt Japan Strom zu einem grossen Teil mit Wärmekraftwerken.

Insgesamt verzeichnete Japan für den März einen Handelsbilanzüberschuss von 614,7 Milliarden Yen. Auch bezogen auf das am 31. März abgelaufene Haushaltsjahr schrieb die Inselnation erstmals seit sechs Jahren wieder schwarze Zahlen in ihrer Handelsbilanz. Dies lag an den gefallenen Ölpreisen, wodurch der Importwert stark sank.

Experte erwartet weiter «sehr solides Exportwachstum»
Experte Izumi Devalier von der Bank of America Merrill Lynch erwartet eine Fortsetzung der positiven Entwicklung. Er rechnet auch in den kommenden Monaten mit einem «sehr soliden Exportwachstum». Allerdings könnte es nach den Sommermonaten einen Dämpfer geben. Devalier begründete dies mit einer zu erwartenden leichten konjunkturellen Abkühlung in China.

Japans Börse konnte zunächst von den Exportdaten profitieren. Im weiteren Handelsverlauf gab der Nikkei-Index 225 aber seine Gewinne wieder ab und schloss nahezu unverändert. An den übrigen Börsen in Asien hielten sich wichtige Indizes hingegen im Plus. (awp/mc/upd/ps)

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