Linde will Lincare übernehmen

Wolfgang Reitzle

Linde-Chef Wolfgang Reitzle. (Bild: Linde)

München – Der Industriegasekonzern Linde will den US-Sauerstoffgeräte-Hersteller Lincare für 4,6 Milliarden Dollar übernehmen. Mit dem Unternehmen aus Clearwater (Florida) sei bereits eine Übernahmevereinbarung unterzeichnet, gab die Linde AG am Sonntagabend in München bekannt. Der Dax-Konzern will alle verfügbaren Lincare-Aktien erwerben und bietet den Aktionären 41,50 Dollar pro Anteilsschein in bar. Die angestrebte Akquisition habe damit ein Transaktionsvolumen von etwa 4,6 Milliarden Dollar. Mit einem Abschluss werde im Laufe des dritten Quartals 2012 gerechnet.

Der Medizintechnik-Markt gehört für Linde zu den Wachstumsfeldern. Laut Finanzblog «Alphaville» der «Financial Times» ist der deutsche Industriegase-Produzent bislang stark bei der Versorgung von Kliniken. Lincares Stärke sei die Versorgung von Patienten im Heimbereich mit Sauerstoffgeräten, Geräten zur Ernährung und zur Zuführung von Medikamenten.

Grosser Wurf
Für Linde-Chef Wolfgang Reitzle wäre der Zukauf sechs Jahre nach der Übernahme des britischen Gase-Spezialisten BOC noch einmal ein grosser Wurf. In Branchenkreisen wird seit langem damit gerechnet, dass der 63 Jahre alte Manager seine Karriere vor seinem Vertragsende im Jahr 2014 noch mit einer grossen Übernahme krönen will. Unter Reitzles Führung war Linde bereits in den vergangenen Jahren massiv gewachsen. Im vergangenen Jahr kletterte der Umsatz um 7,1 Prozent auf den Rekordwert von 13,8 Milliarden Euro.

Lincare empfiehlt Aktionären Annahme des Linde-Angebots
Linde bekommt bei der geplanten Übernahme Rückendeckung durch das Lincare-Management. Das Board of Directors von Lincare habe die Transaktion einstimmig gebilligt, teilte Linde am Montag mit. Den Aktionären werde die Annahme der Offerte empfohlen. (awp/mc/upd/ps)

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