«Obamacare»: Ansturm auf neue US-Krankenversicherung

Obamacare

Screenshot «HealthCare.gov».

Washington – Als «historischen Tag» bezeichnete US-Präsident Barack Obama den 1. Oktober. Denn als am Dienstag ein Kernstück seiner Gesundheitsreform in Kraft trat, sollten Millionen Amerikaner in eigens geschaffenen Gesundheitsbörsen im Internet nach einer passenden Krankenversicherung suchen können. Das Ziel: 95 Prozent der 310 Millionen Amerikaner sollen durch «Obamacare» abgesichert werden. Die Reform ist zudem ein Knackpunkt im laufenden US-Etatstreit.

Für unzählige Menschen begann der «historische Tag» allerdings erst einmal mit Fehlermeldungen. Denn die über Jahre entwickelte Internetseite «HealthCare.gov» hielt dem gewaltigen Ansturm am Dienstag kaum stand. 2,8 Millionen Mal wurde die Seite innerhalb der ersten 16 Stunden besucht. 81.000 Menschen riefen die kostenlose Hotline an, berichtete das US-Gesundheitsministerium. Nur äusserst schleppend luden die Seiten wegen der grossen Nachfrage, meldeten US-Medien übereinstimmend. In Kalifornien brauchte ein Mann drei Stunden, um sich anzumelden, berichtete die «Washington Post».

Stimmung scheint sich zugunsten der Reform zu drehen
Obwohl die US-Bürger Umfragen zufolge eher gegen «Obamacare» sind, scheint sich die Stimmung ein wenig zugunsten der Reform gedreht zu haben. Laut dem Kaiser Health Tracking Poll vom September waren zwar 33 Prozent der Amerikaner für die Reform und 43 Prozent dagegen. Doch ein Grossteil der Gegner meint lediglich, dass die Reform in Teilen zu weit oder nicht weit genug geht. Kritiker fürchten, dass die Neuerung zu einer Kostenexplosion führt und Arbeitsplätze vernichtet. Befürworter hoffen dagegen auf Versicherungsschutz für mehr Bürger. Einer Analyse von PricewaterhouseCoopers zufolge werden durch die Reform etwa 30 Millionen Amerikaner zusätzlich versichert. (awp/mc/pg)

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