Eon muss im ersten Quartal Gewinnrückgang hinnehmen

Johannes Teyssen

Eon-Vortstandschef Johannes Teyssen. (Foto: Eon)

Essen – Der Energiekonzern Eon hat im ersten Quartal deutlich weniger verdient als im Vorjahr. Gestiegene Stromnetzentgelte, höhere Beschaffungskosten im Strom- und Gasgeschäft in Deutschland und Grossbritannien sowie die Abschaltung des Kernkraftwerks Brokdorf lasteten auf dem Ergebnis, wie das Dax-Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Die operativen Ergebnisse hätten sich in einem schwierigen Umfeld wie erwartet entwickelt, sagte Finanzvorstand Marc Spieker. So sank das um Sonderfaktoren bereinigte operative Ergebnis (Ebit) um rund ein Drittel auf gut eine Milliarde Euro. Damit lag es im Rahmen der Analystenschätzungen. Der bereinigte Konzernüberschuss nahm um 20 Prozent auf 525 Millionen Euro ab. Einschliesslich der ausgeklammerten Sonderfaktoren wurde der Nettogewinn auf 628 Millionen Euro fast halbiert. Im vorbörslichen Handel verlor die Aktie 0,27 Prozent.

Der Umsatz sank um 7 Prozent auf rund 10,5 Milliarden Euro. Hier wirkte sich unter anderem eine wetterbedingt geringere Auslastung der Windkraftanlagen aus. Niedrigere Absatzmengen in Grossbritannien und negative Währungseffekte drückten im Bereich Kundenlösungen aufs Geschäft.

Jahresprognose bekräftigt
An seiner Jahresprognose hält der Eon-Vorstand fest. Das Unternehmen geht davon aus, die Belastungen aus dem ersten Quartal im Jahresverlauf vollständig auszugleichen. Eon hatte für 2017 ein bereinigtes Ebit von 2,8 bis 3,1 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes Nettoergebnis von 1,2 bis 1,45 Milliarden Euro angekündigt. «Das ist ambitioniert, denn vor allem bei Kundenlösungen ist und bleibt der Wettbewerb hart», sagte Vorstandschef Johannes Teyssen.

Der operative Mittelzufluss verbesserte sich um rund 300 Millionen auf knapp 900 Millionen Euro. Die Verschuldung konnte Eon von 26,3 Milliarden zum Jahresende auf nun 24,7 Milliarden Euro senken. Dazu trug auch die jüngste Kapitalerhöhung bei.

Eon hatte im vergangenen Jahr in Folge der Energiewende in Deutschland sowie Belastungen durch die Abspaltung der Gas- und Kohlekraftwerkstochter Uniper den höchsten Verlust der Firmengeschichte verzeichnet – rund 16 Milliarden Euro. Mitte März hatte sich das Unternehmen dann über eine Kapitalerhöhung 1,3 Milliarden Euro besorgt. (awp/mc/upd/ps)

Exit mobile version