US-Flugaufsicht gibt Boeings «Dreamliner» Startfreigabe

Boeing 787 Dreamliner

Boeings Problemvogel 787 «Dreamliner» darf demnächst wieder abheben.

Washington – Nach drei Monaten Zwangspause kann Boeings Super-Flugzeug 787 «Dreamliner» bald wieder in die Luft gehen. Die US-Flugaufsicht FAA hat am Freitag die neue Batteriekonstruktion genehmigt, die künftig vor Feuern bewahren soll. Eine endgültige Richtlinie, die dem Langstreckenflieger die Rückkehr in den Liniendienst erlaubt, solle kommende Woche veröffentlicht werden, erklärte die Behörde in Washington.

Die Flugaufseher hatten Mitte Januar nach einem Feuer und einem Schmorbrand bei den Batterien von zwei «Dreamlinern» ein weltweites Startverbot verhängt. Zwischenzeitlich hat Boeing die Konstruktion überarbeitet. Die einzelnen Zellen der Batterie werden jetzt besser voneinander abgeschottet, um die Gefahr interner Kurzschlüsse zu minimieren. Ein Edelstahl-Gehäuse soll zusätzliche Sicherheit bieten. Ein Abluftsystem soll im Notfall giftige Dämpfe aus dem Flieger leiten.

Startfreigabe gilt zunächst nur für USA
Wenn die 50 bereits an Airlines ausgelieferten «Dreamliner» umgebaut sind, dürfen sie wieder fliegen. Jede einzelne Maschine muss zuvor aber von der FAA abgenommen werden, wie die Behörde erklärte. Auch der Umbau selbst werde genauestens überwacht. Die FAA hatte sich zuvor Kritik anhören müssen, dass sie das ursprüngliche Batteriedesign überhaupt genehmigt hatte.

«Die Änderungen an den Batterien der 787 werden die Sicherheit des Flugzeugs und seiner Passagiere sicherstellen», sagte US-Verkehrsminister Ray LaHood. Die Startfreigabe gilt zunächst aber nur für die Vereinigten Staaten, wo bislang nur United Airlines den «Dreamliner» betreibt. Andere Flugsicherheitsbehörden weltweit bekommen die nötigen Unterlagen zur Verfügung gestellt und müssen dann ebenfalls grünes Licht geben.

Lithium-Ionen-Technik
Jede Maschine hat zwei der Akkus an Bord – eine in der Nähe des Cockpits, eine im Mittelteil der Maschine. Sie dienen zur Stromversorgung, wenn das Flugzeug am Boden steht, oder als Notsystem bei einem Energieverlust in der Luft. Eigentlich kommt der Strom dann von den Triebwerken.

Die bei den Batterien eingesetzte Lithium-Ionen-Technik wird auch in Handys oder Notebooks verwendet, weil sie besonders viel Strom speichern kann. Auch hier hatte es aber immer wieder Brände gegeben. Airbus hat sich deshalb bei seinem «Dreamliner»-Konkurrenzmodell A350 für herkömmliche Nickel-Cadmium-Akkus entschieden. Mitte diesen Jahres soll der Flieger erstmals abheben. Die erste Auslieferung ist bis Ende 2014 vorgesehen.

Airlines haben weitere 840 der besinders sparsamen Maschinen bestellt
Der erste «Dreamliner» war im September 2011 an die japanische All Nippon Airways übergeben worden, gut drei Jahre nach dem eigentlichen Zeitplan. Wegen der Vorkommnisse im Januar hatte Boeing die Auslieferung neuer Jets gestoppt. Nicht zuletzt aus diesem Grund konnte Airbus im ersten Quartal wieder mehr Maschinen an die Kunden übergeben als die Amerikaner. Fluggesellschaften haben weitere 840 der besonders sparsamen Maschinen bestellt. (awp/mc/ps)

 

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