Vivendi dank Brasilien und Spielen mit Gewinnsprung

Jean-Bernard Lévy

Vivendi-Konzernchef Jean-Bernard Lévy.

Paris – Der französische Mischkonzern Vivendi hat im zweiten Quartal wegen des Erfolgs im Videospielgeschäft und seiner brasilianischen Telekomsparte einen überraschend kräftigen Gewinnsprung hingelegt. Der um Einmaleffekte bereinigte Gewinn kletterte um ein Fünftel auf 884 Millionen Euro – das war mehr als Analysten erwartet hatten.

Die Ziele für das laufende Jahr bestätigte Vivendi am Mittwoch in Paris. Demnach soll der bereinigte Gewinn nach 2,7 Milliarden Euro im Vorjahr auf mehr als 3 Milliarden steigen und für die Aktionäre eine höhere Dividende herausspringen.

Lukratives Geschäft mit elektronischen Spielen
Der Konzern steckt unter anderem hinter dem Computer- und Videospielverlag Activision Blizzard, dem Musikverlag Universal Music Group oder dem Bezahlfernsehanbieter Canal plus. Seit dem April haben die Franzosen zudem die volle Kontrolle über den Mobilfunkbetreiber SFR, der den grössten Umsatzbeitrag für den Konzern liefert. Lukrativer ist indes das Geschäft mit den elektronischen Spielen: Bei einem Umsatz von 1,8 Milliarden Euro im ersten Halbjahr erreichte der operative Gewinn 833 Millionen Euro.

«Call of Duty» in den Startlöchern
Zum Jahresende steht mit der Fortsetzung der Action-Spiel-Serie Call of Duty ein wichtiger Erlösbringer für den Konzern in den Startlöchern. Die Vorgänger hatten sich in der Vergangenheit stets blendend verkauft und Umsatz-Rekorde in der Branche aufgestellt. Auch World of Warcraft, das Online-Rollenspiel mit Millionen Spielern weltweit, gehört zum Portfolio.

Musikgeschäft mit Umsatzrückgang – trotz Lady Gaga und JLo
Im Musikgeschäft verlor Vivendi wie andere grosse der Branche auch weiter an Umsatz. Die steigenden digitalen Verkäufe können den Rückgang bei den CDs nicht ganz wettmachen. Universal Music hat unter anderem Künstler wie Lady Gaga oder Jennifer Lopez unter Vertrag.

Dank des kräftigen Ausbaus seiner Telekomnetze im Wachstumsmarkt Brasilien und eines Zuwachses bei der Kundenzahl von mehr als 50 Prozent legten Umsatz und Gewinn in der gleichen Grössenordnung. (awp/mc/pg)

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