Warum setzt Iran plötzlich auf Lego?

Dass der Krieg zwischen Israel, den USA und Iran mit künstlicher Intelligenz ausgetragen wird: nur logisch. Aber die Propaganda-Clips der Islamischen Republik verblüffen selbst Kenner.

Für militärische Feinschmecker gibt es im Krieg gegen Iran viele Fragen. Werden die jemenitischen Huthi die Wasserstrasse zum Suezkanal schliessen, die Bab al-Mandab? Wird die 82. Luftlandedivision die iranische Insel Charg besetzen? Und welche Rolle spielt der US-Erdkampfbomber A-10, genannt «Warzenschwein»?

Der Rest der Menschheit steht vor einem eher harmlosen Rätsel: Woher rührt die Begeisterung der Islamischen Republik für Lego? Seit Beginn des Krieges flutet Iran die sozialen Medien mit Memes und Clips auf eine Weise, wie man es sich eigentlich für die Ölströme auf die Weltmärkte wünscht. Einer der letzten Posts zeigt, wie ein schwitzender Lego-Trump einen Zettel mit der Aufschrift «Waffenstillstand-Angebot» unterzeichnet, wie iranische Lego-Kommandeure den Zettel weiterreichen, bis ein Lego-Modschtaba bei offenbar bester Gesundheit den Kopf schüttelt, danach pulverisieren iranische Raketen israelische, amerikanische und saudische Stützpunkte. Es gibt sogar ein «Coming soon»: Lego-US-Fallschirmjäger stürmen die Insel Charg und sterben in Scharen. Am Ende türmen sich in Washington die Särge hoch wie ein Berg, und ein erschöpfter, zerrupfter Spielzeug-Trump verkündet ganz oben, wieder einmal, den Sieg.

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