WEF 2018: Weltwirtschaftsforum beginnt – Modi hält Eröffnungsrede

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(© WORLD ECONOMIC FORUM/swiss-image.ch)

Davos – Zum Auftakt des 48. Jahrestreffens des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos steht die aufstrebende Wirtschaftsmacht Indien im Fokus. So hält der indische Ministerpräsident Narendra Modi die offizielle Eröffnungsrede (11.00 Uhr); er nimmt zum ersten Mal an der Tagung teil. Sechs Minister und mehr als 100 Wirtschaftslenker begleiten den Premier.

In den kommenden Tagen will Indien auf mehreren Veranstaltungen in Davos um Investitionen werben. Von der nationalen Investitionsagentur Invest India hiess es vorab, es gebe eine «deutliche nationale Vision» und einen «starken politischen Willen», um die offenste Volkswirtschaft der Welt zu werden.

In Davos diskutieren noch bis zu diesem Freitag mehr als 3000 Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft unter dem Motto «Für eine gemeinsame Zukunft in einer zerrütteten Welt». Erwartet werden auch Dutzende Staats- und Regierungschefs, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatschef Emmanuel Macron.

Zum Abschluss soll US-Präsident Donald Trump eine Rede halten. UN-Generalsekretär António Guterres wird anders als im Vorjahr diesmal nicht nach Davos reisen. Grund seien «Terminprobleme», sagte sein Sprecher Stéphane Dujarric am Montag in New York. Eigentlich gehört die Reise nach Davos zum Standard-Programm der UN-Chefs. Guterres› Vorgänger Ban Ki Moon war Stammgast beim WEF.

Trump kommt
Trump wird seine geplante Reise zum Weltwirtschaftsforum in Davos antreten. Die Delegation des Weissen Hauses werde am Dienstag und damit einen Tag später als geplant starten, teilte Trumps Sprecherin Sarah Sanders am Montag mit. Trump werde später folgen. Die Abreise des Präsidenten war ohnehin erst für Mittwoch (Ortszeit Washington) geplant.

Das WEF, das 1971 von dem aus Ravensburg stammenden Professor Klaus Schwab ins Leben gerufen worden war, hat sich zum Ziel gesetzt, «den Zustand der Welt zu verbessern». Kritiker werfen der Organisation aber vor, mit dem jährlichen Treffen der Finanz- und Wirtschaftselite die sozialen Spannungen in der Welt noch zu verschärfen.

Kritische Stimmen am globalen Wirtschaftswachstum nehmen zu und sind auch in Davos zu hören. Einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC zufolge zweifeln mehr internationale Manager, ob die Globalisierung von Nutzen ist. Die Lücke zwischen ökonomischen Erfolgen und gesellschaftlichem Zweck wachse, sagte PwC-Chef Norbert Winkeljohann. Nicht mehr jeder Bürger profitiere, wenn die Wirtschaft wachse. Auf die Stimmung der Wirtschaftslenker drückten zudem Überregulierung sowie Populismus, politische Unsicherheiten und Terrorismus. Die Lage der Weltwirtschaft beurteilten sie jedoch so gut wie noch nie.

Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) zeigte sich optimistisch und erhöhte seine Wachstumsprognosen für 2018 und 2019 teils deutlich. IWF-Chefin Christine Lagarde warnte allerdings: «Allzu viele Menschen sind immer noch ausgeschlossen von der Erholung.» Besonders in einem Teil der Entwicklungs- und Schwellenländer käme bei den Menschen nichts von der guten weltwirtschaftlichen Entwicklung an. (awp/mc/ps)

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