Davos – EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat in Davos GR die beabsichtigten Zusatzzölle der USA aufgrund der Grönland-Krise als «Fehler» bezeichnet. Weiter kündigte sie Investitionen in Grönland sowie eine aktualisierte Arktisstrategie an.
Mit Blick auf die Drohungen aus Washington warnte von der Leyen in ihrer Ansprache am Weltwirtschaftsforum (WEF) davor, in eine «gefährliche Abwärtsspirale zu stürzen». Die EU würde «fest, vereint und mit Augenmass» reagieren.
Weiter erinnerte sie an den im Juli 2025 getroffenen Handelsdeal zwischen den USA und der EU. «Ein Deal ist ein Deal. Und wenn Freunde sich die Hände schütteln, muss das etwas bedeuten.»
Die Kommissionspräsidentin hielt fest, dass die Souveränität und Integrität der Territorien Grönlands und des Königreichs Dänemark nicht verhandelbar seien. Sie wolle aber zusammen mit den USA an einem arktischen Sicherheitskonzept arbeiten. Zudem strebe sie einen «massiven europäischen Investitionsschub» für Grönland an.
Europäische Unabhängigkeit stärken
Die deutsche Spitzenpolitikerin sprach zudem über die Erschliessung neuer Märkte. Das kürzlich unterzeichnete Abkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten nannte sie als Beispiel. Weiter erwähnte sie die mit der Schweiz abgeschlossenen Verhandlungen für die Aktualisierung und Erweiterung der bilateralen Beziehungen. Zudem plane die EU weitere Abkommen, etwa mit Indien oder Thailand.
Weiter plane sie ein sogenanntes 28. Regime für Unternehmen zu etablieren. Dieses Regime solle den Binnenmarkt vereinheitlichen. Weiter soll Europa mehr Investitionen anziehen. Dafür würde eine Spar- und Investitionsunion aufgebaut. Als weiteren Schwerpunkt nannte sie einen Aktionsplan für erschwingliche Energie. (awp/mc/ps)
