Samuel Graf, Co-Founder Chipeño, im Interview

Samuel Graf

Samuel Graf, Co-Founder Chipeño. (Foto: zvg)

von Patrick Gunti

Moneycab.com: Herr Graf, die Grillsaison hat sich gut angelassen. Wie schnell zeigt sich dies bei Chipeño in steigenden Absatzzahlen Ihrer Saucen?

Samuel Graf: März und April sind bei uns die umsatzstärksten Monate im Jahr. Die POS freuen sich auf die Grillsaison und wollen dementsprechend bereit sein, wenn die Kunden nach leckeren Grillprodukten ersuchen.

Mittlerweile sind Ihre Chipeño-Saucen an über 300 Verkaufspunkten erhältlich. Wie verteilen sich diese auf den Detailhandel und die Gastronomie?

Rund 50 davon sind Cash und Carries, welche primär Gastrobetriebe bedienen, der Rest sind effektive POS aus dem Detailhandel.

Wie sieht es mit dem eigenen Online-Vertrieb aus?

Der Online-Vertrieb ist unser direkter Draht zu den Kunden und damit sehr wichtig. Die grossen Umsätze machen wir aber mit anderen Kanälen.

Der Saucen-Markt in der Schweiz ist stark umkämpft, die Regale sind voll mit immer neuen Spezialitäten. Wie schwer ist es, in die Verkaufsregale zu kommen und in der Fülle von Anbietern die Konsumenten anzusprechen?

Es ist kein Zuckerschlecken. Man muss 100% geben und stark aufs Branding setzen. Der Geschmack muss aber genau so stimmen.

«Sobald man das Produkt hat, geht die Geschmacksafari los.»
Samuel Graf, Co-Founder Chipeño

Lassen Sie uns über diesen Geschmack, resp. Ihre Saucen sprechen. Wie würden Sie mir als «Saucen-Junkie» die Vorzüge der Chipeño-Saucen schmackhaft machen?

Wir haben keine Kunden, wir haben Fans. Sobald man das Produkt hat, geht die Geschmacksafari los. Man sucht nach Möglichkeiten, womit man Chipeño auch noch essen könnte, so hat mir das mal einer unserer Fans erklärt. Der Geschmack ist, obwohl das viele Marken behaupten, etwas wirklich Abgefahrenes, etwas Neues! Man empfiehlt es weiter, weil es viel Geschmack in einem hippen Auftritt verspricht – und hält.

Was sind Chipotles, die die Basis Ihrer Saucen bilden? Und woher stammen sie?

Chipotles sind über dem Holzfeuer getrocknete Jalapeños. Sie werden fast schon überreif geerntet und dann geräuchert. Sie stammen aus einer Region in der Nähe von Mexiko City. Wir haben die Firma vor Ort nach unseren Ansprüchen ausgesucht und besucht.

Und wie viele Chipotles importieren Sie mittlerweile?

Mittlerweile sind es 20 Tonnen pro Jahr.

Wie dosieren Sie denn die Schärfe Ihrer Saucen?

Gar nicht. Es kann sein, dass die eine Sauce ganz wenig schärfer ist als die andere. Wir mögen es natürlich und da kommt es vor, dass nicht alle Chilis immer exakt gleich sind. Wenn wir das möchten, müssten wir mit Chemie dahinter und das überlassen wir lieber der Konkurrenz. (lacht)

Wie unterscheiden sich die drei Chipeño-Saucen, die Sie bisher produzieren lassen?

Der Geschmack ist mehr oder weniger derselbe. Die grüne Chipeño Original Plant Based ist einfach die vegane Alternative der Chipeño Original und die rote Sauce, die Chipeño Spicy Habanero ist gleich im Geschmack, aber schärfer und auch vegan.

Wie sind Sie und die anderen Mitgründer auf die Idee gekommen, Chipeño-Saucen in der Schweiz zu lancieren?

Wir haben in Mexiko gewohnt und/oder das Land bereist. Entsprechend waren wir mit dieser Küche vertraut und fanden, dass der Geschmack der Chipotle in Europa fehlt. Erste Prototypen waren schon so lecker, dass wir uns diesem Projekt angenommen haben. Nun haben wir eine schnell wachsende Firma in unseren Händen.

«Unternehmertum ist eine Achterbahnfahrt.»

Was würden Sie zum heutigen Zeitpunkt als die grössten Herausforderungen beim Aufbau von Chipeño bezeichnen?

Mit den Emotionen umzugehen. Unternehmertum ist eine Achterbahnfahrt. Vieles pendelt zwischen Traum und Nervosität hin und her. Damit umgehen zu können, ist nicht immer einfach.

Und wie soll es mit Chipeño in den nächsten Jahren weitergehen?

Wir sind hungrig und Chipeño passt zu diesem Zustand. (lacht) Wir geben alles, um weitere Fans über die bestehenden und neuen Kanälen in neuen Märkten zu gewinnen. Uns gehen die Ideen nicht aus, möchten aber auch nichts überstürzen, den ein nachhaltiger Erfolg ist uns wichtiger.

Herr Graf, besten Dank für das Interview.

Chipeño

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