Tobias Bischoff, Co-Founder und CEO Tiny Fish AG, im Interview

Tobias Bischoff

Tobias Bischoff, Co-Founder und CEO Tiny Fish AG. (Foto: zvg)

von Patrick Gunti

Mit TINYFISH machen Tobias Bischoff und Luca Orlando Sushi einem breiten Publikum zugänglich. Seit der Gründung 2020 hat das Unternehmen bereits elf Standorte in Zürich, Bern und Zug eröffnet. Im Interview spricht Co-Founder und CEO Tobias Bischoff über den ungewöhnlichen Weg vom Banker zum Sushi-Unternehmer, die Philosophie hinter dem Konzept sowie die Herausforderungen zwischen Handwerkskunst, Expansion und Nachhaltigkeit.

Moneycab.com: Herr Bischoff, seit der Gründung 2020 hat Tiny Fish 11 Standorte in Zürich, Bern und Zug eröffnet. Was wollten Sie von Anfang an anders machen als klassische Sushi-Restaurants?

Tobias Bischoff: Die Frage war vielmehr, was gibt es noch nicht. Mit TINYFISH dürfen wir vielen Schweizer:innen die bisher eher exklusive Speise zugänglich machen. Sushi für jede und jeden; qualitativ hochwertig und preislich fair. Für uns in kurz; Food for Friends.

Wie kam es dazu, dass Sie als Banker und ihr Co-Founder Luca Orlando als Anwalt zu Sushi-Verkäufern wurden?

Anstatt einer Bier-Idee war es diesmal eine Lunch-Idee. Bei regelmässigen, gemeinsamen Mittagessen ist die Idee für TINYFISH über mehrere Jahre herangereift.

Sie sind 2020 gestartet – mitten in einer schwierigen Zeit für die Gastronomie. War das ein Risiko oder sogar eine Chance?

Beides zugleich. Während die finanzielle Entwicklung während Corona sicher mehr Zeit in Anspruch genommen hat, durften wir beide in dieser Zeit als Jungunternehmer, Köche, Verkäufer und Führungspersonen etwas entspannter in diese neuen Rollen hineinwachsen. Unsere Einsätze in der Küche oder in den Shops haben uns geholfen ein ausserordentliches Verständnis für unser Produkt aufzubauen und so das Wachstum von TINYFISH nachhaltig zu gestalten.

«Einzigartig ist der Einsatz von irischem Bio-Lachs, mit Handleine gefangenem Thunfisch sowie Surimi aus pazifischem Seehecht.»
Tobias Bischoff, Co-Founder und CEO Tiny Fish AG

Was zeichnet Tiny Fish-Sushi aus – worauf legen Sie bei Qualität und Zutaten besonderen Wert?

Unser einzigartiges Preis-Leistungsverhältnis. Täglich frische Sushi, mit ausgewählten Zutaten, sorgfältig zubereitet, zu einem fairen Preis. Wir legen besonderen Wert auf die Qualität und Herkunft bei tierischen Zutaten. Einzigartig ist der Einsatz von irischem Bio-Lachs, mit Handleine gefangenem Thunfisch sowie Surimi aus pazifischem Seehecht.

Wie schaffen Sie es, Sushi vergleichsweise erschwinglich anzubieten?

Mit einem überschaubaren Menu, unserer Zero-Food-Waste Philosophie und effizienten Prozessen in unserer zentralen Manufaktur sowie den Verkaufsstellen.

Wie funktioniert Ihre Produktion?

Mit viel Liebe für das Produkt. Wir befinden uns in der Schnittstelle zwischen japanischer Handwerkskunst und industrieller Produktion. Handarbeit unterstützt durch maschinelle Prozesse mit dem Ziel eines gleichbleibenden Kund:innenerlebnisses.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in Ihrem Konzept – vom Fisch bis zur Verpackung?

Wir haben uns für bewusste Entscheidungen in ausgewählten Bereichen entschieden – dadurch haben wir einen wirklichen Nachhaltigkeits-Impact ohne «überall etwas» zu tun. Die Verwendung von Bio-Lachs – anstatt herkömmlichem Zuchtlachs -, unsere Zero-Food-Waste Philosophie, unsere Kartonverpackungsinnovation sowie unser 50%+ veganes Menu sind die Eckpfeiler unseres Handelns.

Sie sind wie gesagt in mehreren Städten vertreten, etwa in Zürich, Zug und Bern – wie ist diese Expansion gelungen?

Durch die Zentralisierung vieler Zubereitungs-Schritte in unserer Manufaktur ist die Expansion für uns einfacher als für andere Food & Beverage-Konzepte. Neben unkomplizierterem Wachstum, steuern wir so auch die Qualität unseres Angebots zentral.

Wie viel Sushi geben Sie täglich aus?

Wir dürfen täglich bis zu 3000 TINYFriends begrüssen.

«Wo ein McDonalds funktionieren kann, soll auch ein TINYFISH Kund:innen begeistern können.»

Nach welchen Kriterien entscheiden Sie, wo ein neuer Standort entsteht?

Neben eher urbanen Orientierungs-Werten wir Anzahl Büros in Laufdistanz, Passantenfrequenz, Visibilität der Fläche, Grundriss, oder Mietkonditionen, sucht TINYFISH auch Standorte in Agglomerationen oder der Verkehrsgastronomie. Wo ein McDonalds funktionieren kann, soll auch ein TINYFISH-Kund:innen begeistern können.

Aktuell läuft eine dritte Finanzierungsrunde. Wohin soll sich Tiny Fish in den nächsten Jahren entwickeln – eher mehr Standorte oder neue Produkte?

Wir möchten den kleinen Fisch vielen neuen TINYFriends in der ganzen Schweiz vorstellen. Neben mehr Standorten arbeiten wir aber auch an unseren eigenen Prozessen um das Wachstum nachhaltig zu gestalten und die Qualität im Service wie auch dem Produkt laufend verbessern zu können; Investitionen in das Erlebnis anstatt Komplexität und Vielfalt.

Gibt es Pläne, das Konzept über die Schweiz hinaus zu bringen?

Wir können uns gut vorstellen, dass unser Konzept auch im Ausland auf Anklang stossen und profitabel betrieben werden könnte. Dazu braucht es aber noch stabilere Prozesse und Strukturen um die Produktqualität nicht zu riskieren. Bevor eine Expansion ins Ausland angestrebt wird, liegt darum, neben dem Wachstum in der Schweiz, der Fokus auf der Weiterentwicklung und Festigung des Konzeptes.

Tiny Fish AG

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