AGILITA: Bangerter Microtechnik – Eine Produktion im Wandel

Marc Bangerter, CEO Bangerter Microtechnik AG. (Bild: Bangerter Microtechnik/mc)

Die Bangerter Microtechnik AG gehört zu den führenden Spezialisten für Mikrotechnik in der Schweiz. Mit über 170 Mitarbeitenden fertigt das Unternehmen hochpräzise Komponenten für Branchen, in denen Mikrometer über Erfolg oder Ausschuss entscheiden. Um die steigende Komplexität in Produktion, Planung und Reporting zu beherrschen, entschied sich Bangerter für eine moderne, cloudbasierte ERP‑ und MES‑Landschaft.

Wenn Mikrometer über Erfolg entscheiden
Die Bangerter Microtechnik AG ist ein Unternehmen, das Präzision nicht nur verspricht, sondern seit 1969 lebt. Der Spezialist aus Aarberg fertigt Komponenten aus überharten Werkstoffen – für Branchen, in denen Toleranzen im Mikrometerbereich über Funktion oder Ausschuss entscheiden. Rund 170 Mitarbeitende entwickeln, fräsen, schleifen und messen an drei Standorten für Kunden aus Medizintechnik, Uhrenindustrie, Messtechnik und Maschinenbau.

Doch je präziser die Produkte, desto komplexer sind auch die Abläufe. Und genau hier begann die eigentliche Herausforderung.

Die Ausgangslage: Viele Systeme, wenig Durchblick
Bangerter arbeitete über Jahre mit mehreren Insellösungen: Ein ERP-System, eine separate Lagerverwaltung, eine eigene Finanzbuchhaltung, ein Manufacturing Execution System (MES). Was im Alltag zwar noch funktionierte, wurde mit dem Wachstum zunehmend zum Problem. Daten mussten manuell zusammengetragen werden, Reports dauerten und die Feinplanung stützte sich auf ein MES, das die vielen Flaschenhalsressourcen nicht über einen längeren Horizont abbilden konnte.

Dabei ist besonders kritisch: Die Produktion läuft sowohl im anonymen Serienverfahren als auch im Kundeneinzelauftrag – zwei Welten, die komplett unterschiedliche Anforderungen an Planung, Rückverfolgbarkeit und Datenqualität stellen.

Als die bestehende MES-Lösung langsam an ihre Grenzen stiess und die Weiterentwicklungen stockten, war klar: Es braucht eine integrierte Plattform, die Produktion, Planung und Reporting zusammenführt.

Die Entscheidung: Eine Cloud-Lösung, die alles verbindet
An der Topsoft Fachmesse 2018 kam der erste Kontakt mit den Fachleuten von AGILITA zustande. Was die Verantwortlichen von Bangerter überzeugte, war nicht ein einzelnes Feature der IT-Lösung, sondern die Perspektive: Eine cloudbasierte ERP-Lösung, die Finanzen, Logistik, Produktion und MES in einem durchgängigen System vereint und damit die Grundlage für eine langfristige Modernisierung schafft.

SAP Cloud ERP wurde zur neuen Basis, ergänzt durch ein MES. Eine Kombination, die es erlauben sollte, die Feinplanung über ein Jahr im Voraus abzubilden und gleichzeitig die Datenhaltung zu zentralisieren.

Ein Projekt mit Unterbruch – und einem Neustart
Der erste Einführungsversuch startete 2021, wurde aber im März 2022 gestoppt: Die ursprünglich vorgesehene MES-Komponente erfüllte die hohen Anforderungen nicht. Statt weiterzukämpfen, entschied sich Bangerter für einen klaren Schnitt – und für eine erneute MES-Evaluation.

Mit Proxia fand sich dann die wirklich passende Lösung. Ab August 2024 begann die zweite Einführung, diesmal mit einem gemeinsamen Team aus AGILITA, Bangerter und Proxia. Workshops, Testmigrationen, Integrationstests und ein Bootcamp zur Fertigstellung der MES-Schnittstelle prägten die Monate bis zum Go-Live am 1. Juli 2025.

Weil Bangerter weit in die Zukunft plant, wurde bewusst ein Soft-Cut gewählt: Über mehrere Monate liefen Alt- und Neusystem parallel, um Risiken zu minimieren und die Umstellung sauber abzufedern.

Die Lösung: Durchgängige Prozesse statt Insellandschaften
Heute bildet SAP Cloud ERP von AGILITA die zentrale Plattform für Finanzen, Einkauf, Verkauf, Produktion, Logistik und Qualitätssicherung. Das Reporting läuft über Embedded SAC, die Lohnbuchhaltung über Swiss Salary. Das Hänel-Lagersystem ist angebunden, ebenso das neue MES von Proxia – inklusive einer Schnittstelle, die eigens für die Anbindung an SAP Cloud ERP entwickelt wurde.

Was früher überall verteilt war, ist heute sinnvoll verbunden. Und das zeigt Wirkung.

Mehr Transparenz, weniger Aufwand, bessere Entscheidungen
Die Veränderungen sind spürbar:

Nach einer Phase der Skepsis – verständlich nach dem Projektfreeze und den Verzögerungen– hat sich die Akzeptanz im Unternehmen verbessert. Die Mitarbeitenden erleben die Vorteile im Alltag und das verändert ihre Haltung zur neuen Lösung.

Was Bangerter und AGILITA gelernt haben – und wie es weitergeht
Das Projekt zeigte deutlich, dass Schnittstellen erst unter realen Datenmengen ihre wahren Herausforderungen offenbaren. Dass Formulare mehr Zeit brauchen, als man denkt. Und dass die Stammdatenmigration ein kritischer Erfolgsfaktor bleibt.

Als nächstes plant Bangerter die Erweiterung der Lagerbestandsdaten und geplanten Zugänge über die SAP‑Proxia‑Schnittstelle – ein weiterer Schritt in Richtung durchgängiger Transparenz.

Fazit
Bangerter Microtechnik hat seine Produktions- und Planungslandschaft sowohl modernisiert als auch neu ausgerichtet. Mit SAP Cloud ERP von AGILITA und Proxia MES entstand eine integrierte Plattform, die Präzision, Effizienz und Transparenz verbindet – und damit genau die Leistung liefert, die ein Unternehmen braucht, das im Mikrometerbereich arbeitet. (AGILITA/mc/ps)

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