Alle Webseiten mit Barrierefreiheits-Desaster

Keine Barrierefreiheit im Netz: accessibleAI zieht verheerende Bilanz.

München – Laut einer neuen Analyse des Compliance-Spezialisten accessibleAI erfüllt keine einzige Webseite das neue Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes (BFSG) vollständig. Schlimmer noch: Über drei Viertel (78 Prozent) weisen massive Barrieren auf. Nun drohen E-Commerce-Anbietern und dem Gesundheitssektor Klagen.

«Digitale Inklusion verschlafen»
accessibleAI hat 5.432 Webseiten aus 30 Branchen anhand der vom Gesetzgeber definierten 55 WCAG-2.2-AA-Kriterien automatisiert geprüft. Keine erreicht die gesetzlich geforderte volle Punktzahl von 100 – der gemessene Bestwert liegt bei 98 Punkten, heisst es. Der Durchschnitts-Score über alle Branchen hinweg liege bei lediglich 85 Punkten.

«Unsere Daten zeigen eindeutig: Die deutsche Wirtschaft verschläft die digitale Inklusion auf breiter Front. Viele Unternehmen hoffen offenbar, dass das neue Gesetz nicht streng kontrolliert wird. Das ist ein fataler und teurer Irrtum», unterstreicht Thomas Huhn, Gründer und Geschäftsführer von accessibleAI.

Bussgelder und Imageschäden
Laut dem Fachmann für Barrierefreiheit ist der flächendeckende Verstoss kein Kavaliersdelikt: Firmen würden nicht nur Bussgelder von bis zu 100.000 Euro riskieren, sondern sähen sich durch neue Verbandsklagerechte der Gefahr von Abmahnungen ausgesetzt. Auch schlössen sie rund 13 Mio. Menschen mit Behinderungen in Deutschland vom Digitalkonsum aus.

Ausgerechnet die verbrauchernahen Branchen, auf die das Gesetz explizit abzielt, bilden das Schlusslicht: Der E-Commerce (insbesondere Mode und Lebensmittel), die Reise- und Tourismusbranche sowie der Gesundheitssektor liegen am unteren Ende des BFSG-Rankings. Deutlich besser aufgestellt sind Kultureinrichtungen, Versicherungen und der Bildungssektor.

Original-Beitrag bei pressetext

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