Digital Sovereignty Study 2026 – IT-Kosten steigen, reagiert wird kaum

Thomas Wüst, CEO ti&m (Bild: ti&m)

Zürich – Die Digital Sovereignty Study 2026 von ti&m und der Hochschule Luzern zeigt: Nur rund 30 Prozent der Schweizer Unternehmen sind strategisch und operativ gut aufgestellt.

Digitale Souveränität steht in Schweizer Unternehmen hoch auf der Agenda, als verbindliche Vorgabe ist sie aber selten verankert. 73 Prozent der 200 befragten Organisationen halten das Thema für sehr oder eher wichtig, und zwar branchenübergreifend. Von ihnen haben jedoch nur 35,6 Prozent eine Strategie für digitale Souveränität formuliert und nur 32,2 Prozent Exit-Strategien für zumindest einige kritische Services.

Die wichtigsten Erkenntnisse

Abhängigkeit wird geschätzt, nicht gemessen
Die Mehrheit der Befragten stuft die Abhängigkeit von grossen IT-Anbietern als eher hoch oder sehr hoch ein. Strukturiert geprüft hat sie davon nur etwa die Hälfte. Abhängigkeit ist in vielen Organisationen also eine plausible Annahme, aber kein belegter Befund. Entsprechend schwach fallen die mitigierenden Massnahmen aus: Von den Unternehmen mit hoher Abhängigkeit verfügt nur ein Bruchteil über regelmässige Provider-Audits oder dokumentierte Exit-Optionen.

Bemerkenswert ist, dass eingetretene Vorfälle daran kaum etwas ändern. Unternehmen, die bereits negative Erfahrungen gemacht haben, sind bei Strategie, Rollen und Exit-Plänen nicht wesentlich besser aufgestellt als jene ohne Vorfälle.

Das grösste wahrgenommene Risiko tritt selten ein
Der Kontrollverlust über sensible Daten führt die Risikoliste an; dessen Vermeidung ist das wichtigste Ziel der Souveränitätsbemühungen. Tatsächlich eingetreten ist er nur selten. Deutlich häufiger treffen Unternehmen einseitige Preisdiktate und starke Preiserhöhungen, die sich wegen hoher Abhängigkeit nicht abwenden lassen. Digitale Souveränität wird also primär als Datenschutz- und Regulierungsthema behandelt, wirkt sich in der Praxis aber vor allem auf die Kosten aus.

«Die meisten Unternehmen wissen, dass sie abhängig sind. Aber nur die Hälfte prüft dies strukturiert. Wer seine Abhängigkeiten nicht misst, kann weder das Risiko beziffern noch entscheiden, wo sich eine Investition lohnt.»

Thomas Wüst, CEO von ti&m

Ein intransparentes Thema, besonders finanziell
Über alle Fragen hinweg liegt der Anteil der «Weiss nicht»-Antworten bei rund 15 Prozent. Bei Finanzfragen zu Kostenerhöhungen, Investitionen und Budgets steigt er auf 30 bis 45 Prozent – ein Hinweis darauf, dass die wirtschaftlichen Folgen von Abhängigkeiten in vielen Organisationen nicht beziffert sind. Ohne Zahlen fehlt der Business Case: Nur 13 Prozent der Befragten erwarten, dass höhere digitale Souveränität die Kosten senkt.

Open Source bleibt Randthema
Open Source spielt für die meisten Befragten eine untergeordnete Rolle bei Beschaffung und Architektur. Gleichzeitig zeigt die Studie aber: Organisationen, die Open Source aktiv als Kriterium berücksichtigen, melden in allen Dimensionen weniger Abhängigkeiten und erreichen einen höheren Indexwert.

Vier Archetypen, vier Prioritäten
Der Digital Sovereignty Index bewertet Unternehmen entlang von Strategie und Governance einerseits und der tatsächlichen Umsetzung andererseits. Daraus ergeben sich vier Archetypen: Sovereignty Leaders, Planners, Implementers und Followers. 58 Prozent der Teilnehmenden sind schwach aufgestellt oder haben bisher primär strategisch vorgearbeitet. Die vollständige Index-Systematik und die Handlungsempfehlungen je Archetyp finden sich in der Studie.

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Wie ti&m Unternehmen unterstützt
ti&m begleitet Organisationen von der Standortbestimmung bis zum Betrieb.

(ti&m/mc/ps)

Über die Studie
Die Digital Sovereignty Study 2026 wurde gemeinsam von ti&m und der Hochschule Luzern durchgeführt. Befragt wurden 200 Teilnehmende aus über 15 Branchen. Die Studie liefert eine Standortbestimmung entlang der Dimensionen Strategie und Governance, Data Sovereignty, Technological Sovereignty und Operational Sovereignty.

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