Zürich – Die Schweizer ICT-Branche zeigt sich zum Jahresauftakt zuversichtlich: Nach einem von Unsicherheiten geprägten Jahr 2025 steigt der Swico ICT Index im ersten Quartal 2026 markant auf 113.9 Punkte – der stärkste Quartalsanstieg seit Mitte 2021.
Alle vier Segmente der ICT-Branche liegen damit deutlich über der Wachstumsgrenze von 100 Punkten, und der Gesamtwert liegt das erste Mal seit dem letzten Quartal 2023 wieder über 110 Punkten.
Der Blick auf das Gesamtjahr 2025 zeigt eine Branche im Wandel:
- Q1 2025: Optimistischer Start mit 107.2 Punkten (+1.9)
- Q2 2025: Stabiles Wachstum auf 108.6 Punkten (+1.4)
- Q3 2025: Rückgang auf 104.3 Punkte (-4.3) durch globale Unsicherheiten
- Q4 2025: Weitere Konsolidierung auf 102.2 Punkte (-2.0)
- Q1 2026: Markanter Aufschwung auf 113.9 Punkte (+11.7)
«Natürlich bleibt das globale Umfeld anspruchsvoll», sagt Giancarlo Palmisani, Leiter Verbandsdienstleistungen bei Swico, «aber die Schweizer ICT-Branche hat 2025 bewiesen, dass sie auch in schwierigen Zeiten wachsen kann. Jetzt gilt es, diese Stärke 2026 zu bewahren und klug in Innovationskraft, Produktivität und qualifizierte Fachkräfte zu investieren.»
Das aktuelle Quartal im Detail:
- IT-Technology (116.4 Punkte, +20.6): Nach schwierigen Quartalen unter der Wachstumsschwelle erholt sich das Segment deutlich. Treiber sind eine verbesserte Auftragslage und positive Geschäftserwartungen, allerdings bei stagnierenden Investitionen.
- Software (113.9 Punkte, +9.4): Das Segment setzt seinen positiven Trend fort. Alle drei Kennzahlen – Sales Pipeline, Auftragseingang und Auftragsbestand – steigen kontinuierlich. Die Nachfrage nach Digitalisierung und Modernisierung von Legacy-Systemen bleibt hoch.
- IT-Services (113.5 Punkte, +10.2): Stabile positive Entwicklung mit steigender Auftragslage und Umsatzerwartungen. Das Segment profitiert von der anhaltenden Nachfrage nach Managed Services und Cloud-Architekturen.
- Consulting (112.6 Punkte, +10.5): Trotz positiver Umsatz- und Auftragserwartungen zeigt sich das Segment vorsichtig bei Investitionen. Der Druck, konkrete KI-Lösungen vorweisen zu können, nimmt zu.
- Consumer Electronics (103.7 Punkte, +12.4): Zwar übersteigt die Branche die Wachstumsgrenze, die verbesserte Auftragslage wird jedoch durch stagnierende Bruttomargen und zunehmende Betriebskosten gedämpft. Der Wettbewerbsdruck durch internationale Online-Plattformen und Währungsschwankungen bleibt hoch.
- Imaging | Printing | Finishing (66.0 Punkte, -11.7): Dieser Bereich bleibt deutlich unter der Wachstumsschwelle – die strukturellen Probleme bleiben. Neben dem anhaltenden Rückgang klassischer Printaufträge belastet der Mangel an qualifiziertem Fachpersonal die Branche zusätzlich.
Consumer Electronics: Nachfrage stagniert nach Erneuerungswelle
Die Branche Consumer Electronics bleibt auch im vierten Quartal mit 91.2 Punkten unter der Wachstumsschwelle. Neben globalen Unsicherheiten und starkem Wettbewerb wirkt nun auch ein Sättigungseffekt. Viele Unternehmen haben ihre Geräte bereits erneuert, etwa im Zuge der Umstellung auf neue Microsoft-Ökosysteme. Hinzu kommt, dass sich Ersatzzyklen verlängern, da Hardware langlebiger wird und Software-Updates die Nutzungsdauer verlängern. Dadurch fällt die Nachfrage nach Neuanschaffungen schwächer aus. Der starke Franken und die aggressive Preisgestaltung internationaler Plattformen verstärken den Druck zusätzlich.
Ausblick: Vorsichtig optimistisch in unsicheres Terrain
«Die Branche steht vor der Aufgabe, KI vom Hype-Thema zur strategischen Realität zu machen», so Palmisani. «Entscheidend wird sein, wie gut es gelingt, KI sinnvoll in bestehende Prozesse zu integrieren und gleichzeitig die Belegschaft weiterzuentwickeln. Der Fachkräftemangel verlagert sich zunehmend von der Quantität zur Qualifikation.»
Der markante Indexanstieg zum Jahresbeginn ist ermutigend: Die kommenden Quartale werden zeigen, wie resilient sich die Branche sich in dem aktuellen geopolitischen und handelspolitischen Umfeld behauptet. (Swico/mc)
