Erneut muss sich eine KI-Firma vor Gericht verantworten: Anthropic soll seinen Chatbot Claude unrechtmässigerweise mit Songs des «King of Pop» trainiert haben. Der Fall gilt als hochkarätigster bislang.
Darf ein Chatbot mit Musik von Elvis Presley trainiert werden? Nein, finden die Rechteinhaber seiner Musik. Sie haben Anthropic, die Entwicklerfirma hinter dem Chatbot Claude, nun verklagt. Das Unternehmen soll Claude mehr als 270 Lieder Presleys eingespeist haben, um ihre KI-Modelle zu trainieren – ohne Zustimmung der Verwalter des musikalischen Erbes des King of Rock’n’ Roll.
Die Klage wurde laut Medienberichten bei einem kalifornischen Gericht und im Namen mehrerer Parteien eingereicht. Sie fordert für die Urheberrechtsverletzungen Schadensersatz in Gesamthöhe von mehr als 41 Millionen US-Dollar (gut 36 Millionen Euro) beziehungsweise 150.000 Dollar pro Song, schreibt die «New York Times». Zu den genannten Werken zählen demzufolge ikonische Hits wie »Can’t Help Falling in Love«, «A Little Less Conversation» und «Return To Sender».
Anthropic will Vorwürfen wohl widersprechen
Die Verwalter von Presleys Musik werfen Anthropic zudem vor, Massnahmen zum Schutz der Musik umgangen und Copyright-Informationen aus den Liedern entfernt oder verändert zu haben, heisst es weiter in der am Freitag eingereichten Klageschrift, aus der das «Billboard-Magazin» zitiert. Anthropic äusserte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa zunächst nicht zu den Vorwürfen. Das Unternehmen teilte der «New York Times» aber am Sonntag mit, dass man den Vorwürfen widerspreche und beabsichtige, sich gegen die Klage zu verteidigen.
