Zürich – Europas Führungskräfte blicken mit erhöhtem Optimismus auf das Wachstum, erweiterten Einstellungsplänen und einem verstärkten Fokus auf künstliche Intelligenz ins Jahr 2026. Dies geht aus einer neuen Studie von Accenture hervor. Die Ergebnisse, die im Rahmen des «Pulse of Change»-Reports von Accenture im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums in Davos veröffentlicht wurden, zeigen auch eine wachsende Kluft zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden in Bezug auf die KI-Bereitschaft und das Vertrauen in die Technologie.
Die «Pulse of Change»-Umfrage von Accenture untersucht, wie Geschäfts-, Talent- und Technologietrends den Wandel gestalten und vorantreiben. Diese Ausgabe spiegelt die Erkenntnisse von fast 1’070 Führungskräften und 900 Mitarbeitenden in Europa wider, die in einigen der grössten Unternehmen der Welt in 20 Branchen tätig sind.
Die wichtigen Erkenntnisse aus Europa:
Steigendes Vertrauen in Wachstum und Neueinstellungen
Obwohl eine Mehrheit (82%) der Führungskräfte für 2026 ein höheres Mass an Veränderungen (wirtschaftlich, geopolitisch, technologisch, sozial, ökologisch) erwartet – in der Schweiz sind es 83% – rechnen 91% mit einem stärkeren Umsatzwachstum in ihren Heimatmärkten, ein Anstieg um 5 Prozentpunkte im Vergleich zu vor vier Monaten. Der zunehmende Optimismus ist besonders ausgeprägt in Frankreich (+22 Prozentpunkte), den Niederlanden (+17 Prozentpunkte) und Grossbritannien (+5 Prozentpunkte).
Auch die Erwartungen bei den Neueinstellungen tendieren für 2026 nach oben: 71% der europäischen Unternehmensführer erwarten, dass ihre Unternehmen mehr Personal einstellen werden, verglichen mit 63% in der letzten Umfrage. In der Schweiz gehen 67% von mehr Neueinstellungen aus.
Beschleunigung der KI-Investitionen
Die meisten (84%) der europäischen Unternehmen erwarten, ihre KI-Investitionen im Jahr 2026 zu erhöhen. Am optimistischsten sind irische, italienische und deutsche Unternehmen mit 94%, 92% bzw. 87%. Die Schweiz (79%) ist zusammen mit den Niederlanden (79%) und Spanien (78%) leicht weniger optimistisch.
Diese KI-Investitionen werden inzwischen von 80% der europäischen Führungskräfte als wertvoller für das Umsatzwachstum als für die Kostensenkung angesehen, was auf eine höhere Reife im Umgang mit der Technologie hindeutet.
Bedenken der Belegschaft verdeutlichen die wachsende Kluft bei KI
Während Führungskräfte KI als Wachstumskatalysator sehen, hegen viele Mitarbeitende Bedenken hinsichtlich Personalabbaus und unzureichender Schulung. Nur etwa die Hälfte (61%) der europäischen Mitarbeitenden gibt an, dass ihre Erfahrungen mit KI sie an deren breiteres Potenzial für die Wirtschaft glauben lässt – ein deutlich geringerer Optimismus im Vergleich zur C-Suite (84%). In der Schweiz ist der Unterschied etwas kleiner (Mitarbeitende: 73%; Führungskräfte: 82%).
Nur ein Viertel (25%) der europäischen Mitarbeitenden gibt an, KI-Tools selbstbewusst nutzen zu können, und ein ebenso geringer Anteil (41%) fühlt sich in seinem Job sicher (Schweiz: 22% bzw. 46%). Darüber hinaus stimmen nur 14% voll und ganz zu, dass ihre Führungsebene klar kommuniziert hat, wie sich KI auf die Belegschaft auswirken wird, einschliesslich Änderungen der Rollen und erforderlichen Fähigkeiten. In der Schweiz stimmen 26% der Mitarbeitenden zu.
Des Weiteren ist die Mehrheit (95%) der europäischen Führungskräfte der Meinung, dass ihre Belegschaft über die grundlegenden Schulungen verfügt, um KI effizient zu nutzen, während weniger als die Hälfte (46%) der Mitarbeitenden derselben Meinung ist. In der Schweiz ist dieser Unterschied mit 94% (Führungskräfte) und 27% (Mitarbeitende) sogar noch grösser.
Mauro Macchi, CEO für Europe, den Nahen Osten und Afrika bei Accenture, sagt: «Unser neuester Pulse of Change bestätigt, was wir von Kunden in ganz Europa hören: Sie wollen bei der KI nicht an Dynamik verlieren und beschleunigen daher ihre Investitionen. Die Studie zeigt aber auch eine entscheidende Warnung auf: Wenn wir unsere Mitarbeitenden nicht mitnehmen, wird der volle Wert von KI unerreichbar bleiben. Es geht nicht nur darum, die technischen Fähigkeiten für die Arbeit mit KI aufzubauen, sondern auch um die Denkweise und Kultur, die es der gesamten Belegschaft ermöglichen, selbstbewusst mit KI zu arbeiten. Die wirkliche Kluft besteht nicht zwischen qualifizierten und ungelernten Arbeitskräften, sondern zwischen denen, die KI nutzen, und denen, die davon isoliert sind.»
Über den Pulse of Change
Der Accenture Pulse of Change ist eine vierteljährliche Umfrage unter Führungskräften, die untersucht, wie Geschäfts-, Talent- und Technologietrends den Wandel gestalten und vorantreiben. Für diese Ausgabe befragte Accenture weltweit 3’650 Führungskräfte und 3’350 Mitarbeitende (darunter 1’070 Führungskräfte und 929 Mitarbeitende in Europa) aus den grössten Unternehmen der Welt (mit einem Umsatz von über 500 Millionen US-Dollar) in 20 Branchen und 20 Ländern (darunter 9 europäische Länder: Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, die Niederlande, Spanien, Schweden, die Schweiz und das Vereinigte Königreich). Die Umfrage wurde zwischen November und Dezember 2025 durchgeführt.
