Espoo – Der Netzwerkausrüster Nokia hat im zweiten Quartal den operativen Gewinn im Tagesgeschäft deutlich gesteigert und die Markterwartungen übertroffen. Der Konzern profitierte dabei weiter von der anhaltenden Nachfrage nach Cloud- und Netzwerkinfrastruktur für die Ausrüstung von KI-Rechenzentren. Der bereinigte operative Gewinn stieg um 18 Prozent auf 434 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag in Espoo mitteilte. Branchenexperten hatten hier mit deutlich weniger gerechnet. Die Aktie legte an der Börse zuletzt um 1,2 Prozent zu.
Der Umsatz kletterte im Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum wie erwartet um acht Prozent auf 4,8 Milliarden Euro. Im wichtigen Segment Netzinfrastruktur stieg der Umsatz organisch – also vor Wechselkurseffekten – um zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Jahresprognose wurde bekräftigt.
Konzernchef Justin Hotard treibt die strategische Neuausrichtung des Konzerns voran. Ende vergangenen Jahres hatte Nokia seine Struktur verschlankt und den Fokus stärker auf die Vernetzung von Rechenzentren gelegt, um von dem weltweiten KI-Investitionsboom zu profitieren. Zuvor stand vor allem die Lieferung von Netztechnik für Mobilfunkbetreiber im Mittelpunkt, ein Bereich, der zuletzt stagnierte, weil erwartete Investitionen der Netzbetreiber ausblieben.
Der KI-Boom eröffnet zwar neue Geschäftsmöglichkeiten, führt aber zugleich zu Engpässen bei wichtigen Komponenten wie Speicherchips sowie zu steigenden Preisen. Konkurrent Ericsson hatte bereits vergangene Woche gewarnt, dass höhere Kosten die Margen belasten und die Abwicklung neuer Aufträge verteuern würden. (awp/mc/ps)
