Oracle: Künstliche Intelligenz unterstützt mentales Wohlbefinden

Genf – Für Arbeitnehmer weltweit ist 2020 das stressigste Jahr der jüngeren Geschichte und viele von ihnen wünschen sich in entsprechenden Situationen Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI). Das geht aus einer neuen Studie von Oracle und Workplace Intelligence hervor, einem Forschungs- und Beratungsunternehmen im Bereich Human Resources. An der Studie haben sich mehr als 12.000 Mitarbeiter, Manager, HR-Leiter und Führungskräfte der C-Level-Ebene in 11 Ländern beteiligt. Wie die Studie zeigt, führte die COVID-19-Pandemie allgemein zu mehr Stress, Angst und Burnout. Eine zentrale Erkenntnis der Studie: Betroffene nehmen Hilfe lieber von KI-gestützten Therapeuten als von anderen Menschen an.

Auswirkungen auf die psychische Gesundheit
Erhöhter Stress und die allgemeine Verunsicherung haben sich negativ auf die psychische Gesundheit von 78 Prozent der weltweiten Belegschaft ausgewirkt und zu mehr Stress (38 Prozent), einem Mangel an Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben (35 Prozent), Burnout (25 Prozent), Depressionen aufgrund fehlender Sozialisation (25 Prozent) und Einsamkeit (14 Prozent) geführt. Zudem sind 76 Prozent der Befragten der Meinung, dass Unternehmen mehr für die Förderung der mentalen Gesundheit ihrer Mitarbeiter tun sollten. Zu den Belastungen, die durch die globale Pandemie hervorgerufen werden, gehören der Druck, Leistungsstandards einzuhalten (42 Prozent), die Bewältigung routinemässiger und mühsamer Aufgaben (41 Prozent) und der Umgang mit unvorhersehbaren Arbeitsbelastungen (41 Prozent).

«Angesichts der neuen Gegebenheiten in puncto Fernarbeit und der verschwindenden Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben ist der Tribut, den die COVID-19-Pandemie von unserer psychischen Gesundheit fordert, beträchtlich. Damit müssen Arbeitnehmer aus jeder Branche und in jedem Land zurechtkommen», sagt Dan Schawbel, Managing Partner bei Workplace Intelligence. «Die Pandemie hat die psychische Gesundheit der Menschen in den Fokus gerückt. Die Beeinträchtigung eben jener stellt sowohl heute als auch im kommenden Jahrzehnt eine der zentralen Herausforderungen für die Arbeitswelt dar. Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, wie weit verbreitet psychische Gesundheitsprobleme am Arbeitsplatz inzwischen sind und warum es jetzt für Unternehmen an der Zeit ist, darüber zu sprechen und neue Lösungen für dieses Problem zu finden.»

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Auch das Privatleben ist betroffen
Die Auswirkungen der Pandemie beschränken sich nicht nur auf das Berufsleben, sondern beeinträchtigt auch Faktoren in Privatleben. Die häufigsten Auswirkungen waren Schlafentzug (40 Prozent), schlechte körperliche Gesundheit (35 Prozent), verminderte Zufriedenheit zu Hause (33 Prozent), leidende Familienbeziehungen (30 Prozent) und Isolation von Freunden (28 Prozent). Da die Grenzen zwischen persönlicher und beruflicher Welt zunehmend verschwimmen, arbeiten 35 Prozent der Menschen mehr als 40 Stunden pro Woche, und 25 Prozent der Befragten fühlen sind durch diese Überlastung ausgebrannt. Trotz dieser Schattenseiten finden 62 Prozent die Arbeit aus dem Home Office heute attraktiver als vor der Pandemie. Als Gründe dafür nennen die Befragten, dass sie jetzt mehr Zeit für ihre Familie (51 Prozent), zum Schlafen (31 Prozent) und für die Arbeit haben (30 Prozent).

Mitarbeiter wollen Hilfe und wenden sich mehr der Technik zu als anderen Menschen
Rund 68 Prozent würden lieber mit einem Roboter als mit ihrem Vorgesetzten über Stress und Ängste bei der Arbeit sprechen, und 80 Prozent sind offen dafür, einen Roboter als Therapeuten oder Berater zu haben. Lediglich 18 Prozent würden zur Unterstützung ihrer psychischen Gesundheit Menschen Robotern vorziehen, da sie glauben, dass Roboter urteilsfreier sind (34 Prozent) und schnellere Antworten auf gesundheitsbezogene Fragen (29 Prozent) bieten. 75 Prozent sagen, dass die künstliche Intelligenz ihrer psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz geholfen hat. Als wichtigste Vorteile wurden die Bereitstellung der Informationen genannt, die sie benötigen, um ihre Arbeit effektiver zu erledigen (31 Prozent), die Automatisierung von Aufgaben und die Verringerung der Arbeitsbelastung zur Vermeidung von Burnout (27 Prozent) sowie die Verringerung von Stress durch die Unterstützung bei der Priorisierung von Aufgaben (27 Prozent). Mehr als die Hälfte der Befragten gibt an, dass KI-Technologie die Produktivität der Mitarbeiter erhöht (63 Prozent) und die Arbeitszufriedenheit (54 Prozent) sowie das allgemeine Wohlbefinden verbessert (52 Prozent).

Psychische Gesundheitsprobleme am Arbeitsplatz sind nicht zu ignorieren
Weltweit wünschen sich Arbeitnehmer von ihren Unternehmen mehr Unterstützung beim Thema psychische Gesundheit. Wenn sie keine Hilfe erhalten, kann das drastische Auswirkungen auf ihre Produktivität sowie auf ihr gesamtes Berufs- und Privatleben haben. Zwar stellten 51 Prozent fest, dass ihr Unternehmen infolge von COVID-19 zusätzliche psychosoziale Dienste oder Unterstützung angeboten hat. Insgesamt würden es 83 Prozent der weltweit Beschäftigten begrüßen, wenn ihr Unternehmen Technologien zur Unterstützung ihrer psychischen Gesundheit zur Verfügung stellen würde, darunter Zugang zu Gesundheitsressourcen (36 Prozent), Beratungsdienste auf Abruf (35 Prozent), Instrumente zur Gesundheitsüberwachung (35 Prozent), Zugang zu Wellness- oder Meditationsanwendungen (35 Prozent) und Chatbots zur Beantwortung gesundheitsbezogener Fragen (28 Prozent).

«Im Verlauf der Pandemie ist psychische Gesundheit nicht nur zu einem breiten gesellschaftlichen Thema geworden, sondern auch zu einer der grössten Herausforderungen der Arbeitswelt. Sie hat tiefgreifende Auswirkungen auf die individuelle Leistung von Arbeitnehmern, die Effektivität von Teams und die Produktivität von Unternehmen. Über sie zu sprechen, ist jetzt mehr denn je erforderlich und Arbeitnehmer erwarten von Führungskräften, dass sie sich stärker engagieren und Lösungen anbieten», erklärt Emily He, Senior Vice President bei Oracle Cloud HCM. «Es gibt viele Mittel, um für psychische Gesundheit am Arbeitsplatz zu sorgen – gerade eine Technologie wie künstliche Intelligenz bietet hierzu einige Möglichkeiten. Doch erst einmal müssen Unternehmen psychische Gesundheit auf ihre Tagesordnung setzen. Wenn es gelingt, sowohl auf der HR- als auch auf der Führungsebene entsprechende Gespräche zu starten, ist ein Fortschritt möglich. Die Zeit dafür ist jetzt gekommen.»

Zur Methodik der Studie
Die Ergebnisse der Studie basieren auf einer Umfrage, die Savanta, Inc. zwischen dem 16. Juli und dem 4. August 2020 durchgeführt hat. Im Rahmen der Umfrage wurden insgesamt 12.347 Personen (aus den Vereinigten Staaten, Großbritannien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Frankreich, Italien, Deutschland, Indien, Japan, China, Brasilien und Korea) interviewt. Ziel war es, die Einstellung von Führungskräften und Mitarbeitern zu psychischer Gesundheit, künstlicher Intelligenz, digitalen Assistenten und Chatbots am Arbeitsplatz zu untersuchen. Die Studie fokussiert sich auf Personen im Alter zwischen 22 und 74 Jahren. Die Befragten wurden durch eine Reihe von Mechanismen und über verschiedene Ausgangspunkte zur Teilnahme an Panels und Marktforschungsumfragen rekrutiert. Alle Panelisten durchliefen ein Double-Opt-In-Verfahren und lieferten vor der Teilnahme an Umfragen durchschnittlich 300 Profiling-Datenpunkte. Die Befragten wurden per E-Mail zur Teilnahme eingeladen und erhielten dafür einen kleinen finanziellen Anreiz. Mehr zu der Studie AI@Work ist hier zu finden.

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