Samsung verbucht nächsten Rekordgewinn – Aktie gibt kräftig nach

Samsung-Hauptsitz in Seoul.

Seoul – Samsung steuert im Zuge des anhaltenden KI-Booms weiter auf Rekordkurs. Im zweiten Quartal verdiente der südkoreanische Elektronikriese operativ etwas mehr als 89 Billionen Won (rund 51 Milliarden Euro) – so viel wie nie zuvor. Dies teilte der Konzern auf Basis vorläufiger Zahlen am Dienstag in Seoul mit. Im Vergleich zum zweiten Quartal des Vorjahres ist das operative Ergebnis um das 19-Fache gestiegen. Er fiel zudem etwas höher als von Experten erwartet aus. Die in diesem Jahr bereits hervorragend gelaufene Aktie gab dennoch neun Prozent nach.

Samsung verbuchte im dritten Geschäftsquartal in Folge den jeweils höchsten Wert in seiner Unternehmensgeschichte. Zum Vergleich: Der operative Gewinn für das gesamte Jahr 2025 betrug lediglich knapp 44 Billionen Won, also weniger als die Hälfte des Ergebnisses im zweiten Quartal. Der Umsatz habe sich auf 171 Billionen Won mehr als verdoppelt. Den Nettogewinn sowie die Details, wie das Ergebnis zustande gekommen ist, veröffentlicht Samsung Ende des Monats.

Der hohe Betriebsgewinn fusst vor allem auf der anhaltend hohen Nachfrage nach KI-Infrastruktur. Samsung Electronics ist einer der weltweit führenden Produzenten von Halbleitern, insbesondere im Segment leistungsstarker Speicherchips, und profitiert deshalb besonders stark vom Boom des Geschäfts mit Künstlicher Intelligenz.

In Südkorea haben die extrem hohen Unternehmensgewinne der grossen Halbleiterproduzenten Samsung Electronics und SK Hynix zu einer öffentlich debattierten Verteilungsfrage geführt. Ende Mai nahmen Mitglieder der Samsung-Gewerkschaft nach einer Streik-Drohung einen Kompromissvorschlag des Managements an, der Jahresprämien von mehreren Hunderttausend Euro für jeden Mitarbeiter der hochprofitablen Halbleitersparte vorsieht.

Während die Tech-Unternehmen des Landes von der anhaltenden KI-Nachfrage profitieren und hohe Löhne sowie Prämien zahlen, geht es vielen anderen Industrien Südkoreas derzeit durchwachsen. So ist auch die Arbeitslosenquote in der besonders betroffenen Altersgruppe unter 30 Jahren zuletzt gestiegen. (awp/mc/ps)

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