SoftwareOne verdient trotz höherer Einnahmen weniger

Dieter Schlosser

Dieter Schlosser, ehemaliger CEO SoftwareOne AG. (Foto: zvg)

Stans – Der IT-Dienstleister SoftwareOne hat im vergangenen Jahr zwar die Einnahmen gesteigert, aber weniger verdient. Der bereinigte Bruttogewinn, der die Einnahmenssituation des Unternehmens am besten abbildet, stieg um 17,6 Prozent auf 855,1 Millionen Franken.

Ohne die Übernahme von Intergrupo wäre der Bruttogewinn währungsbereinigt um 14,3 Prozent gewachsen, teilte SoftwareOne am Donnerstag in einem Communiqué mit.

Das Wachstum ist vor allem dem kleineren Bereich Solutions & Services (Beratungsdienstleistungen) zu verdanken. Der Bruttogewinn schoss hier währungsbereinigt um 53,5 Prozent auf 321,4 Millionen Franken nach oben. Die starke Performance sei breit gefächert über die Servicebereiche, Kunden und Regionen gewesen.

Der grössere Bereich Software & Cloud (Verkauf und Verwaltung von Software und Cloud-Lösungen) erzielte einen Bruttogewinn von 533,6 Millionen Franken. Das seien 3 Prozent mehr als im Vorjahr. Die wichtigsten Wachstumstreiber stammten von Microsoft, AWS und Google, schrieb SoftwareOne.

Kosten kräftig gewachsen
Auf der anderen Seite kletterte der bereinigte Gesamtbetriebsaufwand währungsbereinigt um über ein Viertel. Grund seien höhere Kosten für Personal infolge von Investitionen in Vertrieb und Marketing sowie Lieferkapazitäten. Hinzu kämen zusätzliche Betriebskosten der übernommenen Unternehmen, schrieb SoftwareOne.

Um Gegensteuer zu geben, startete die Innerschweizer Firma am Ende des zweiten Halbjahres 2021 ein Optimierungsprogramm für mehr operative und professionelle Exzellenz. «Das Programm hatte im Jahr 2021 wegen des Zeitpunkts seiner Umsetzung nur minimale positive Auswirkungen mit einmaligen Kosten von 9,3 Millionen Franken», hiess es.

Der bereinigte Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) sank um 1,0 Prozent auf 219,4 Millionen Franken. Die EBITDA-Marge fiel auf 25,7 Prozent von 30,6 Prozent im Vorjahr.

Damit liege sie unterhalb der eigenen Finanzziele von SoftwareOne von «ungefähr 30 Prozent». Grund dafür seien Investitionen und strategische Übernahmen im Zuge der Wachstumsstrategie des Unternehmens, schrieb das Unternehmen.

Ohne den Margenverwässerungseffekt der im Jahr 2021 abgeschlossenen Übernahmen, betrug die bereinigte EBITDA-Marge 26,8 Prozent. SoftwareOne hatte die Firmen Centiq, Helecloud, SE16N, ITST, Synchronet, ITPC und Intergrupo erworben.

Reingewinn kräftig gesunken
Unter dem Strich sank dagegen der Reingewinn um knapp ein Drittel auf 120,1 Millionen Franken. Schuld am Rückgang seien Kosten für die Übernahmen, die Integration sowie das Optimierungsprogramm. Der bereinigte Periodengewinn sei um 12,5 Prozent auf 110,0 Millionen Franken gefallen.

Die Aktionäre sollen eine Dividende von 0,33 Franken pro Aktie erhalten nach 0,30 Franken vor einem Jahr.

Mit den Zahlen hat SoftwareOne die Erwartungen der Finanzgemeinde beim Bruttogewinn etwas und beim Reingewinn deutlicher übertroffen, beim bereinigten EBITDA indes verfehlt.

Gar nicht mehr vergleichbar ist der Umsatz, der wegen Änderungen in der Rechnungslegung für das Jahr 2020 revidiert wurde. Jetzt wies SoftwareOne einen Umsatz von 964,35 Millionen Franken aus nach 832,40 Millionen im Vorjahr. Im vergangenen Jahr hatte SoftwareOne noch einen Konzernumsatz von 7,9 Milliarden Franken veröffentlicht.

Mehr Bruttogewinn erwartet
SoftwareOne erwartet eine weiterhin starke Marktlage und ein Wachstum der Nachfrage, da Unternehmen die digitale Cloud-First-Transformation vorantreiben würden. Im laufenden Jahr solle der Bruttogewinn währungsbereinigt im mittleren Zehnprozentbereich zulegen.

Die bereinigte EBITDA-Marge soll über 25 Prozent erreichen. Und als Dividende sollen 30 bis 50 Prozent des bereinigten Jahresgewinns ausgeschüttet werden. Dieselben Ziele gelten auch mittelfristig pro Jahr. (awp/mc/ps)

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