Sunrise vor Zusammenschluss mit mehr Schwung als UPC unterwegs

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(Foto: Sunrise)

Zürich – Sunrise und UPC zeigen unmittelbar vor ihrem Zusammenschluss eine sehr unterschiedliche Dynamik. Das belegen die Zahlen, welche die beiden Gesellschaften am Donnerstag ein letztes Mal separat vorgelegt haben.

Nächste Woche geht die Übernahme von Sunrise durch UPC formell über die Bühne. Vereinfacht gesagt wird dann die erfolgreich arbeitende Sunrise von der deutlich weniger erfolgreichen UPC gekauft.

Der Befund gilt zum Beispiel für den Umsatz, wie die veröffentlichten Resultate des dritten Quartals zeigen. Sunrise vermochte die Verkäufe zwischen Juli und September knapp stabil zu halten. Sie gingen nur ganz leicht um 0,5 Prozent auf 471 Millionen Franken zurück.

Bei UPC hingegen schmolzen die Einnahmen um 5,8 Prozent auf 289,6 Millionen Franken. Zum Vergleich: Platzhirsch Swisscom hatte vor einer Woche für das Schweizer Geschäft einen um 3 Prozent tieferen Umsatz vermeldet.

«Haben die Nase vorn»
«Es schaut so aus, als ob wir im Wettbewerb die Nase vorn gehabt hätten», kommentierte Sunrise-Chef André Krause im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Dies gilt noch mehr für die Kundenzahlen.

Bei Sunrise stiessen im dritten Quartal 46’300 neue Handyabokunden dazu. Dies sei der stärkste Anstieg in den letzten zehn Jahren, hiess es dazu. Auch beim Internet und TV und sogar in der notorisch rückläufigen Festnetztelefonie konnte die Gesellschaft mehr Kunden anlocken. Krause führt dies darauf zurück, dass das Gesamtpaket bei Sunrise stimme.

Für das Kundenwachstum wurde zudem nicht im grossen Stil Marge geopfert. Sprich: Die Kunden wechselten nicht nur wegen sehr günstiger Lockvogelangebote zum Anbieter. Dies zeigen der leicht höhere Bruttogewinn und der ebenfalls höhere Betriebsgewinn.

UPC mit sinkender Profitabilität
Anders präsentiert sich das Bild bei UPC, wo der Aderlass im Kerngeschäft anhielt. So UPC verlor konkret von Juli bis September 6’300 Abonnenten und zählt noch 989’200 Kabelnetzkunden.

Im Vorquartal war die Kabelnetzbetreiberin erstmals seit Jahrzehnten unter die Grenze von 1 Million gefallen. Immerhin hat sich der Rückgang verlangsamt. In den beiden Vorquartalen hatte UPC noch 16’400 rsp. 18’100 Kunden verloren.

Zulegen konnte die Gesellschaft immerhin im Mobilfunk, wo sie 12’400 Kunden gewann. Gesamthaft hat UPC nun 235’600 Mobilfunkkunden.

Über alle Produktkategorien hinweg zeigte sich das Unternehmen in der Mitteilung denn auch zufrieden mit der Nachfrage. Es sieht sich auf Kurs zur Trendwende und schrieb von den «besten Verkaufszahlen seit über drei Jahren».

Gleichzeitig hat das Unternehmen – auf hohem Niveau – aber markant weniger verdient. Der bereinigte operative Gewinn (EBITDA) nahm um rund 10 Prozent auf 142 Millionen Franken ab. Es sei aber die Kostenstruktur vereinfacht worden und die Investitionen hätten ihren Höhepunkt überschritten, betonte UPC.

Auf Hochtouren
Am kommenden Montag werden an einer ausserordentlichen Generalversammlung von Sunrise die letzten Hürden für den Zusammenschluss beseitigt. Am Mittwoch soll dann die Übernahme formell über die Bühne gehen. Bekanntlich wurden während des Angebots der UPC-Mutter Liberty 96,6 Prozent der Anteile zugesichert. Auch die Zustimmung der Behörden liegen vor.

Angaben zu den konkreten Integrationsschritten nach der Übernahme machten am Donnerstag keine der beiden Firmen. So bleibt unter anderem noch offen, wer Chef der fusionierten Firma wird.

Sunrise-CEO Krause betonte allerdings, dass die Vorbereitungsarbeiten für den Zusammenschluss auf Hochtouren liefen. «Es ist das Ziel, dass es nach der offiziellen Übernahme sehr rasch vorwärts geht.» (awp/mc/ps)

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