Swico ICT Index Q4 2026: Digitalwirtschaft spürt Zurückhaltung bei Investitionen

Giancarlo Palmisani

Giancarlo Palmisani, Leiter Verbandsdienstleistungen bei Swico. (Foto: Swico)

Zürich – Die Schweizer ICT-Branche rechnet auch im vierten Quartal 2026 mit Wachstum, ist aber weniger optimistisch als zuvor. Digitalisierung, Cloud-Lösungen und Cybersecurity bleiben wichtige Investitionsthemen. Gleichzeitig werden grössere Projekte später freigegeben und Budgets zurückhaltender gesprochen.

Der Swico ICT Index sinkt für das vierte Quartal 2026 um 5,5 Punkte auf 104,0 Punkte. Alle vier Segmente verlieren an Boden. Die Abkühlung zieht sich über alle vier Segmente, fällt jedoch unterschiedlich stark aus. Im Vergleich zum Vorquartal verliert die Branche an Dynamik. Die Nachfrage nach Digitalisierungs-, Cloud-, Cybersecurity- und Transformationsprojekten bleibt hoch. Dennoch dauert es länger, bis Vorhaben umgesetzt werden. Viele ICT-Unternehmen berichten von verzögerten Projektentscheiden und einer zunehmenden Zurückhaltung bei Investitionen.

«Der ICT-Branche fehlt derzeit nicht das Interesse der Kunden, sondern die Entschlossenheit für Investitionen. Sie meldet weiterhin gut gefüllte Pipelines, doch viele Projekte werden verzögert oder später entschieden», sagt Giancarlo Palmisani, Leiter Verbandsdienstleistungen bei Swico.

KI prägt die Entwicklung der Branche
Gleichzeitig verändert künstliche Intelligenz den Markt spürbar: Sie schafft neue Chancen für Wachstum und Produktivität, erhöht aber auch den Druck, Kompetenzen und Geschäftsmodelle schneller weiterzuentwickeln.

Künstliche Intelligenz gehört in allen ICT-Segmenten zu den wichtigsten strategischen Themen. Unternehmen investieren in neue Kompetenzen, integrieren KI in Produkte und Dienstleistungen und befassen sich mit Fragen rund um Datensicherheit, Compliance und Governance.

Auch bei der Beschäftigung planen die Unternehmen vorsichtiger. Während IT-Technology weiterhin mit einem Personalaufbau rechnet, erwarten Software und Imaging | Printing | Finishing einen Rückgang. Bei IT-Services flacht der geplante Stellenaufbau deutlich ab, Consulting rechnet mit einem stabilen Personalbestand. Gleichzeitig bleiben der Wissenstransfer und die Verfügbarkeit passender Kompetenzen für viele Anbieter eine zentrale Herausforderung.

Die Entwicklung in den Segmenten

Ausblick
Die Schweizer ICT-Branche bleibt auf Wachstumskurs, bewegt sich jedoch in einem anspruchsvolleren Marktumfeld als noch zu Beginn des Jahres. Unternehmen müssen gleichzeitig auf vorsichtigere Investitionsentscheide reagieren, ihre Profitabilität sichern und die Chancen von künstlicher Intelligenz nutzbar machen. Die Digitalisierung bleibt gefragt. Entscheidend wird sein, wie rasch Unternehmen Innovationen in nachhaltiges Wachstum überführen können.

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