Swisscom: Bedeutung des digitalen Anlegens steigt

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(Bild: Sergey Nivens - Fotolia.com)

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Bern – Der Swisscom Think Tank „e-foresight“ und das Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ haben eine Studie zum digitalen Anlegen veröffentlicht. Die Experten zeigen auf, dass Schweizer Bankkunden auch digitale, automatisierte Anlageassistenten für die Vermögensverwaltung einsetzen. Die Anlagevolumen liegen insbesondere bei vollautomatisierten Angeboten jedoch auf tiefem Niveau. Erfolgsversprechender sind Angebote, die digitale Assistenten und persönliche Beratung kombinieren. Generell wird digitales Anlegen in Zukunft massentauglich. Dass die persönliche Beratung ein wichtiger Baustein bleibt, bringt etablierte Banken gegenüber Startups in Poleposition. 

Die zunehmende Digitalisierung prägt auch Bankdienstleistungen. Nach Angeboten im Bereich der Onlinefinanzierungen entstehen in der Schweiz nun auch vermehrt Produkte im Bereich des digitalen Anlegens. Welche Geschäftsmodelle des digitalen Anlegens am meisten nachgefragt werden und damit die besten langfristigen Entwicklungschancen haben, zeigen der Banking Think Tank e-foresight von Swisscom und das Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ in einer gemeinsamen Studie auf.

Etablierte Geschäftsmodelle im digitalen Anlegen
Basierend auf den Marktanalysen in der Schweiz, in Deutschland, Grossbritannien und den USA definiert die Studie vier Geschäftsmodelle im digitalen Anlegen: Robo Advisor, Social Trading, hybrides Modell, beratungsunterstütztes digitales Anlegen. „Robo Advisors“ funktionieren hoch standardisiert, automatisiert und ohne persönliche Interaktionen. „Social Trading“ setzt auf soziale Netzwerke: Nutzer teilen ihre eigenen Handelsstrategien oder investieren in bereits veröffentlichte Handelsstrategien anderer. „Beratungsunterstütztes digitales Anlegen“ ist hoch durchdacht, personalisierbar und bietet die Möglichkeit zur persönlichen Beratung. Dieses Geschäftsmodell kommt aktuellen Bankangeboten am nächsten. Das „hybride Modell“ kombiniert Merkmale von Robo Advisors und mit punktueller Beratungsunterstützung. Je nach Geschäftsmodell kann ein Anbieter unterschiedlich hohe Gebühren erheben. Durch Angebote im digitalen Anlegen nimmt der Druck auf die Margen im Anlagegeschäft weiter zu.

Bislang nur vereinzelte Angebote in der Schweiz
In der Schweiz werden alle vier Modelle angeboten. Im Vergleich zu Deutschland, Grossbritannien und den USA befindet sich der Schweizer Markt aber noch im Anfangsstadium. Sowohl im amerikanischen wie auch im deutschen Markt existiert im Bereich digitales Anlegen bereits eine Vielzahl von Angeboten von etablierten Finanzdienstleistern und Startups, während es in der Schweiz bislang nur vereinzelte Angebote wie beispielsweise jene der Glarner Kantonalbank, von TrueWealth oder der UBS gibt. Swisscom und das IFZ gehen davon aus, dass aber weitere Banken und Fintech Startups ihre Lösungen in den nächsten Jahren lancieren und die verwalteten Vermögen signifikant wachsen werden.

Nachfrage steigt; Vertrauen und Kompetenz bleiben entscheidend
Von den 821 Schweizer Privatpersonen, die im Rahmen der Studie befragt wurden, kann sich eine Mehrheit vorstellen, einen Teil ihres Vermögens über digitale Anlagelösungen zu investieren. Während 44 Prozent der Befragten lediglich 10 bis 30 Prozent digital anlegen würden, hat ein Viertel angegeben, auch mehr als 30 Prozent ihres Vermögens mithilfe von digitalen Anlageprodukten zu investieren. Die Umfrage zeigt, dass Vertrauen und Kompetenz zwar die höchste Bedeutung haben, Kunden aber auch eine selbstbestimmte digitale Auftragserteilung wünschen. Als wichtigster Grund für die Nutzung digitaler Anlagelösungen nennen die Befragten die Einfachheit im Sinne einer intuitiven Nutzung und Verständlichkeit. Als meistgenannter Grund gegen eine Nutzung werden Sicherheitsbedenken angegeben. Ein weiterer wichtiger Aspekt sind tiefe Kosten. Bei einem vergleichbar guten Angebot würden 69 Prozent der Befragten das digitale Angebot ihrer Hausbank gegenüber einem externen Anbieter bevorzugen.

Signifikantes Volumen bis 2020, Robo Advisors bleiben eine Nische
Die Studie prognostiziert, dass der Schweizer Markt für digitales Anlegen in den nächsten Jahren mit zweistelligen Raten wächst. Im Basisszenario geht die Studie von einem Marktvolumen von CHF 54,3 Mrd. im Jahr 2020 aus. Dies entspräche neun Prozent des Gesamtmarktes, wobei davon der grösste Teil dieses Volumens auf beratungsunterstütztes digitales Anlegen entfallen wird. Die Bedeutung von Robo Advisors wird in der Zukunft zunehmen, die angelegten Vermögen sollen jedoch auf einem relativ tiefen Niveau bleiben. Je nach Szenario verwalten Anbieter in diesem Bereich im Jahr 2020 Anlagevolumen zwischen einer und acht Milliarden Franken. (Swisscom/mc/pg)

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