Weko: KI kann im Wettbewerb mitmischen

Weko-Direktor Patrik Ducrey. (Bild: Weko/mc)

Bern – Künstliche Intelligenz (KI) kann den Wettbewerb stärken, indem sie menschliche Arbeit effizienter macht. Umgekehrt kann sie aber auch zu Risiken durch Konzentration führen, und sie kann mit dem algorithmischen Festsetzen von Preisen im Wettbewerb mitmischen.

In den Augen der Wettbewerbskommission (Weko) ist es wegen der sich rasch entwickelnden KI wichtig, das Kartellrecht vorausschauend und umsichtig anzuwenden. Zu frühe Eingriffe könnten Potenziale für Innovationen schwächen. Werde hingegen zu spät gehandelt, könnten sich Strukturen verfestigen, die dem Wettbewerb schadeten.

Um den Wettbewerb zu schützen, müssten deshalb die Entwicklungen laufend verfolgt werden, im Austausch mit zuständigen Stellen im In- und Ausland, schrieb die Weko in ihrem Jahresbericht. Am Dienstag stellte sie die Jahresbilanz 2025 in Bern den Medien vor.

Weko will selbst KI nutzen
Generative KI kann menschliche Arbeit verbessern, indem sie laufend dazulernt, neue Inhalte wie beispielsweise Texte und Bilder generiert und Routinearbeiten ersetzt, wie die Weko schreibt. Auch sie selber will auf KI zurückgreifen, nicht zuletzt, um allfällige kartellrechtliche Problemstellungen besser verstehen zu können.

Für Konsumentinnen und Konsumenten könne KI die Auswahl erhöhen, indem sie zum Beispiel das geeignetste Angebot ausfindig macht. Mit KI könnten umgekehrt aber auch Märkte gezielt abgeschottet werden, indem der Zugang zu Technologien gesperrt werde.

Bei Basismodellen sieht die Weko Grosse im Vorteil. Diese Modelle neigten zu starker Konzentration, weil sie Spezialwissen und viel Rechenleistung benötigten. Zurzeit sei die Entwicklung im Markt offen und dynamisch. Viele Modelle wie GPT, Gemini und Claude seien verfügbar, und es entstünden weiterhin neue.

Risiko bei Festsetzen von Preisen
Mit Risiken behaftet ist laut Weko die Tatsache, dass KI mit Algorithmen beim Festsetzen von Preisen mitmischen kann. Zwar könne sie innovative Wege einschlagen, aber eben durch autonomes Lernen möglicherweise zu unerlaubten Absprachen beitragen. Sollte es dafür Anzeichen geben, will die Weko eingreifen.

Dank KI können Algorithmen autonom lernen und sich damit optimieren, mindestens unter Laborbedingungen. Es ist laut der Weko denkbar, dass KI-Algorithmen selbstständig Preise aneinander anpassen. Damit würden höhere Preise erzielt als unter Wettbewerb zu erwarten wäre. Ob dieses Risiko in der Realität relevant sei, bleibe abzuwarten. (awp/mc/ps)

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