Zürich – Dr. Oliver Marchand, Gründer des 2019 von MSCI übernommenen Klima-Fintechs Carbon Delta, startet am 6. Mai 2026 sein neues Unternehmen Resilens. Die Zürcher Plattform unterstützt Kommunen, Unternehmen und Institutionen dabei, Klimarisiken an konkreten Standorten zu bewerten, Anpassungsmassnahmen zu priorisieren und daraus finanzierbare Investitionspläne abzuleiten.
Allein im ersten Halbjahr 2025 verursachten Klimakatastrophen weltweit wirtschaftliche Schäden von über 162 Milliarden US-Dollar. Die Europäische Kommission beziffert den jährlichen Investitionsbedarf für Klimaanpassung in Europa allein auf 70 Milliarden Euro – tatsächlich fliessen bisher nur 20 bis 33 Milliarden Euro.
Ein zentraler Grund für diese Investitionslücke liegt jedoch nicht im Mangel an Daten, sondern in der fehlenden Fähigkeit, daraus umsetzbare und wirtschaftlich bewertete Massnahmen abzuleiten. „Es fehlt an einem standardisierten und effizienten Verfahren, welches Vergleiche anstellt, den Nutzen beziffert und die Umsetzung überprüft. Die klassische Methode der Massnahmenbewertung ist dafür zu teuer und langwierig», sagt CEO Dr. Oliver Marchand.
So funktioniert Resilens
Resilens kombiniert Geo- und Gefahrendaten, standortbezogene Risikoanalyse und Kosten-Nutzen-Rechnung auf Massnahmenebene in einer kontinuierlich aktualisierten Plattform. Im Kern des Ansatzes steht die Kennzahl „Adaptation Return», die den Nutzen jeder Anpassungsmassnahme an jedem Standort vor der Investition beziffert. Sie erfasst vermiedene Schäden, wirtschaftlichen Mehrwert und soziale Co-Benefits wie Gesundheit, Arbeitsproduktivität und Bildungskontinuität. Gleichzeitig identifiziert sie Fehlanpassungsrisiken, also Investitionen, die wirkungslos oder kontraproduktiv wären.
Damit geht Resilens über die Bereitstellung eines Risikomodells hinaus und bietet belastbare Investitionsentscheidungen durch: Massnahmenpriorisierung, Kostenkalkulation, Kennzahlen, Förderfähigkeit und Umsetzungsverfolgung.
Erste Praxisprojekte in Europa
Resilens führt derzeit mehrere Pilotprojekte durch. Der Fokus liegt auf Hitzeanpassung für soziale Infrastruktur wie beispielsweise Senioreneinrichtungen, Schulen und Kindertagesstätten. Ein akutes Problem, da die Sommer immer heisser werden und die Leistungsfähigkeit schon ab 25 °C Innentemperatur spürbar nachlässt.
Im EU-geförderten Programm Pathways2Resilience unterstützt Resilens die Stadt Worms beim Aufbau eines digitalen Dashboards für Klimaanpassung. Die Zusammenarbeit knüpft an einen Pilot zum Hitzeschutz für 55 Kindertagesstätten an und zeigt, wie Kommunen Klimaresilienz transparenter, datenbasierter und besser priorisierbar machen können.
Erfahrenes Gründerteam
CEO und Co-Founder Dr. Oliver Marchand hat bereits mit Carbon Delta bewiesen, dass sich Klimarisikomodelle aus der Wissenschaft in marktfähige Produkte übersetzen lassen. MSCI übernahm das Zürcher Klima-Fintech 2019. Anschliessend leitete Marchand als Global Head of Climate Risk Research bis Ende 2025 das internationale Team für Klimarisikomodelle bei MSCI und etablierte den „Climate Value-at-Risk» als globale Benchmark in der Finanzbranche.
Co-Founder und CCO Christian Schmelter verantwortet bei Resilens Marktpositionierung und Kommerzialisierung. Er bringt langjährige Erfahrung in der Skalierung digitaler Geschäftsmodelle mit, unter anderem bei Zattoo und Comparis.
Die technologische Entwicklung der Plattform verantwortet Co-Founder und CTO Dr. Stephan Heuel. Der promovierte Geoinformatiker arbeitete in leitenden Rollen bei MSCI und EBP, mit Fokus auf Geoinformation, datengetriebenen Lösungen und digitaler Transformation.
Als Senior Advisor berät James Grabert das Team. Grabert leitet seit fast 30 Jahren die Mitigation Division beim Klimasekretariat der Vereinten Nationen (UNFCCC) und war zuvor Analyst beim Weltwirtschaftsforum in Genf.
Strategischer Investor: meteoblue-Gründer Karl Gutbrod beteiligt sich an Resilens
Resilens wird durch Eigenmittel der Gründer sowie Kapital des strategischen Investors Dr. Karl Gutbrod finanziert. Gutbrod baute meteoblue über fast zwei Jahrzehnte zu einem der renommiertesten Anbieter für Wetter- und Klimadaten auf und bringt seine Erfahrung in der Entwicklung datenbasierter Klimadienste ein. „Hochwertige Klimadaten entfalten nur dann Wirkung, wenn sie auf reale Standorte angewendet und in bessere Entscheidungen übersetzt werden. Genau diesen Weg schlägt Resilens ein», sagt Gutbrod.
Launch im Rahmen der Zürich Climate Week
Den öffentlichen Startschuss gibt Resilens am 6. Mai 2026 im Rahmen der Zürich Climate Week. Das Launch-Event findet in Partnerschaft mit Climada Technologies, einem ETH-Spin-off und Anbieter von Klimarisikodaten in den Räumlichkeiten der ETH Zürich statt. Im Rahmen des Events wird zudem eine Studie zum Hitzerisiko der Spitäler im Kanton Zürich veröffentlicht, die exemplarisch zeigt, wie standortgenaue Entscheidungsunterstützung in der Praxis aussieht (weitere Informationen zum Event und der Anmeldung finden Sie hier: https://climateweekzurich.glueup.com/event/heat-health-adaptation-from-hazard-to-action-173998/).
Parallel zum Event geht die Resilens Plattform live. Kommunen, Unternehmen und Institutionen können ab diesem Datum eine Demo buchen und die Plattform 30 Tage kostenfrei testen. (Resilens/mc/hfu)
| Über Resilens Resilens ist eine Entscheidungsplattform für Klimaanpassung. Sie hilft öffentlichen und privaten Entscheidungsträgern, Klimarisiken in finanzierbare Anpassungspläne zu übersetzen. Die Plattform vereint Gefahrendaten, standortbezogene Risikoanalyse und Kosten-Nutzen-Logik in einem kontinuierlich aktualisierten System. Kommunen, Unternehmen und Institutionen können damit Massnahmen priorisieren, belastbare Investitionsentscheidungen treffen, Fördermittel erschliessen und die Umsetzung verfolgen. Im Kern steht die Kennzahl „AdaptationReturn», die den Wert jeder Anpassungsmassnahme vor der Investition beziffert. Mehr unter: resilens.com |
