Seoul / Tokio / Hongkong / Shanghai – Sorgen vor wachsender KI-Konkurrenz aus China sowie überbordendem Finanzierungsbedarf für KI-Projekte haben die Börsen Japans, Südkoreas und Taiwans am Dienstag nach unten gezogen. Zuvor hatten KI-Riesen wie Nvidia an den US-Börsen Federn gelassen.
Der südkoreanische Leitindex Kospi knickte um über 10 Prozent ein und notierte wieder auf dem Niveau von Mitte April, liegt 2026 aber immer noch über 40 Prozent vorne. Die Aktien der Speicherchip-Hersteller SK Hynix und Samsung brachen prozentual zweistellig ein. Auch in Taiwan mit dem Schwergewicht TSMC ging es deutlich nach unten.
Der japanische Nikkei 225 stand mit einem Minus von vier Prozent auf 62.364,92 ebenfalls unter Druck. Die Marktstrategen der Deutschen Bank verwiesen auf die massiven Verluste des Speicherchipherstellers Kioxa Holdings, der nun rund 60 Prozent unter den Hochs aus dem Juni liege.
Der CSI-300-Index mit den wichtigsten Werten der chinesischen Festlandbörsen sank zuletzt um 2,9 Prozent, der Hang-Seng-Index der Sonderverwaltungszone Hongkong tendierte kaum verändert.
Die Marktstrategen der Deutschen Bank sahen darin einen Nachhall auf den erfolgreichen Börsengang des chinesischen Chipherstellers CXMT in Shanghai. Damit habe China seine Fähigkeiten, im Halbleitersegment eigene Marktmacht aufzubauen, unterstrichen.
Anleger setzen darauf, dass CXMT Flaggschiffen wie dem US-Unternehmen Micron, Samsung oder SK Hynix Konkurrenz macht. Der Börsengang war stark überzeichnet, entsprechend hoch war die Nachfrage am ersten Handelstag: Der Kurs schoss um 465 Prozent nach oben. An diesem Dienstag gab es dann nur vergleichsweise geringe Gewinnmitnahmen: Der Kurs sank um gut 4 Prozent.
Weiter fallende Ölpreise, die Inflationssorgen dämpften, halfen den Märkten in Fernost nur bedingt. Vergleichsweise gut hielten sich allerdings weniger technologielastige Handelsplätze. Der australische Leitindex S&P ASX 200 stieg um 0,61 Prozent auf 8.947,80 Punkte. Auch die indische Börse präsentierte sich stabil. (awp/mc/ps)
