Aktienfokus: Petroplus stürzen ins Bodenlose

Petroplus

Petroplus-Raffinerie in Raffinerie Cressier.

Zürich  – Der Kurs der Petroplus-Aktien ist am Dienstag an der Schweizer Börse nach der Ankündigung der Nachlassstundung eingebrochen. Das Raffinerieunternehmen hatte vorbörslich mitgeteilt, dass die Verhandlungen mit den Kreditgebern gescheitert sind. Damit sei Petroplus für die ausstehenden Anleihen zahlungsunfähig geworden.

Um 10.17Uhr notieren die Petroplus-Titel bei hektischem Handel mit gerade noch 0,26 CHF um 82% unter dem Vortagesschluss, nachdem er fast 90% im Minus eröffnet hatte. Mit einem Umschlag von 5,6 Mio Titeln ist bereits in der ersten halben Stunde mehr als das Doppelte des durchschnittlichen Handelsvolumens der letzten beiden Monate umgesetzt worden. Am Montag waren die Titel ab 13.30 Uhr bis Börsenschluss vom Handel ausgesetzt gewesen.

«Schlimmstes Szenario eingetroffen»
Das Unternehmen ist seit einigen Wochen in akuter Geldnot. Ende Jahr hatte es bereits angekündigt, drei seiner fünf Raffinerien zu schliessen, und hatte in der Zwischenzeit entsprechend den Betrieb im französischen Petit Couronne im schweizerischen Cressier und in Antwerpen heruntergefahren. Mit dem Konkurs sei nun das schlimmste Szenario für das Unternehmen eingetroffen, kommentiert ZKB-Analyst Martin Schreiber. Aus der Insolvenzmasse würden in erster Linie die Aufwendungen für das Personal bedient, an nächster Stelle stünden die besicherten Anleihen und Bankenkredite, erinnert der Analyst.

Verluste für Gläubiger und Aktionäre noch offen
Wie viel nachrangigen Gläubigern und schliesslich den Aktionären aus der Konkursmasse noch zustehe, sei aufgrund der undurchsichtigen Lage von Petroplus derzeit kaum abschätzbar. Die ausstehenden Verbindlichkeiten unter der Vereinbarung für die revolvierende Kreditlinie seien nicht bekannt. Zudem werde dies auch von allfälligen Verkaufserlösen von Vermögensgegenständen abhängig sein. Die ZKB setzt den Titel nun aus ihrem Researchuniversum ab. (awp/mc/ps)

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