CH-Eröffnung: Nahostkrieg sorgt für Verluste auf breiter Front

Boerse

(Adobe Stock)

Zürich – Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran sorgt zum Wochenstart für Kursverluste an den wichtigsten Börsenplätzen weltweit. Für den hiesigen Leitindex SMI geht es im frühen Handel allerdings nicht ganz so stark abwärts wie für seine wichtigsten europäischen Pendants. Als Stütze erweist sich das defensive Schwergewicht Nestlé. Auch sonst sind sichere Häfen wie Gold und der Schweizer Franken gesucht.

Am Samstag hatten Israel und die USA den Iran angegriffen und dabei unter anderem das iranische Staatsoberhaupt, den Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei, getötet. Teheran reagierte seinerseits mit Angriffen auf Ziele in Israel sowie auf mehrere US-Militärstützpunkte in der Golfregion. Wie die VP Bank schreibt, sei die Lage unübersichtlich. «Ob es sich um einen kürzeren oder längeren Konflikt handelt, bleibt gegenwärtig nur schwer einschätzbar.» Fakt sei, dass die Ölpreise aufgrund befürchteter Lieferverzögerungen durch eine Blockade der Strasse von Hormus bereits gestiegen seien.

Alle Indizes geben nach
Der SMI verliert gegen 09.20 Uhr 2,02 Prozent auf 13’730,72 Punkte. Der SMIM-Index für die mittelgrossen Werte fällt um 1,77 Prozent auf 3097,77 und der breite SPI um 1,92 Prozent auf 18’885,19 Zähler.

Die grössten Abgaben verbuchen unter den Blue Chips Richemont (-4,9%). Geopolitische Unsicherheiten treffen Hersteller von Luxusgütern oft stärker, da sie die Nachfrage belasten. Auch Branchenkollege Swatch (-5,0%) muss klar Federn lassen.

Daneben kippen Investoren vor allem Finanzwerte wie die UBS, Julius Bär und Partners Group aus den Depots, wie die Abgaben von bis zu 4,1 Prozent zeigen.

Gegen den Trend gewinnen neben dem unveränderten Schwergewicht Nestlé vor allem Kühne+Nagel mit +1,1 Prozent überdurchschnittlich stark hinzu. Das schwierige Umfeld könnte die Frachtgebühren nach oben treiben.

Es ist primär dem Schwergewicht Nestlé zu verdanken, dass sich der SMI etwas besser hält als etwa der deutsche DAX oder der französische CAC-40, die jeweils klar mehr als 2 Prozent absacken. Für die Wall Street deuten die Futures aktuell Abgaben von mehr als einem Prozent an.

Bislang keine Panik
Zwar sind die Ölpreise zuletzt gestiegen, eine Panik blieb gleichwohl aus. Und dies, obwohl der Iran den Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus, eine der wichtigsten Engstellen des weltweiten Energiehandels, eingeschränkt hat. Rund ein Fünftel der globalen Öltransporte passiert täglich die Meerenge. Jede Störung könnte die Energiepreise steigen lassen und die internationalen Märkte verunsichern.

Die Staaten des Ölkartells Opec+ hatten am Sonntag beschlossen, die Tagesproduktion zu erhöhen, um Engpässe und zu starke Preisanstiege zu verhindern. Gemäss Ökonomen haben sie aber nicht genug freie Produktionskapazitäten, um eine Hormus-Blockade wettzumachen. Für Europa inklusive Schweiz gilt ein länger anhaltend hoher Ölpreis entsprechend als Inflationsrisiko und möglicher Wachstumsdämpfer. (awp/mc/pg)

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