CH-Ausblick: Schwächer – Weiter Zurückhaltung angesagt

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt dürfte am Montag an die schwache Vorstellung der Vorwoche (SMI -2,4%) anknüpfen und zumindest in der Eröffnungsphase mit leicht tieferen Kursen notieren. Die Vorgaben geben jedenfalls erneut einen schwächeren Trend vor: Neue Sorgen um die Schuldenkrise in Europa und Kursverluste bei Technologieaktien hatten zum Wochenausklang die US-Börsen belastet und den Dow Jones am Freitag wieder unter die Marke von 12’000 Punkten gedrückt. Auch in Asien dominieren negative Vorzeichen (Nikkei -1,04%), und der Future auf den US-Leitindex liegt am Montagmorgen rund 0,3% unter dem Europa-Schluss vom Freitagabend.

Die europäische Schuldenkrise und Sorgen um die weltweite Konjunkturentwicklung dürften auch in der neuen Woche bestimmend für die Entwicklung der Aktienmärkte sein. Laut Händlern liegt der Fokus für diese Woche vor allem auf der Abstimmung im griechischen Parlament über das Sparpaket der Regierung von Ministerpräsident Georgios Papandreou. Am Dienstag und Mittwoch soll das Gremium über das Sparprogramm beraten, bis Ende des Monats – also bis spätestens Donnerstag – muss Papandreou das Ganze durchs Parlament bringen.

Der von Clariden Leu berechnete vorbörsliche SMI sinkt bis um 08.25 Uhr um 0,27% auf 5’981,79 Punkte.

Unternehmensseitig gibt es dagegen im Blue-Chips-Sektor kaum etwas zu vermelden, und auch im Wochenverlauf werden nur wenige Neuigkeiten von Unternehmen bekannt gegeben. Dies dürfte allerdings noch einige Zeit andauern, beginnt die Saison der Halbjahresergebnisse doch erst Mitte Juli traditionsgemäss mit den Zahlen des Warenprüfers SGS.

Gemäss Marktteilnehmern dürften die Finanztitel aufgrund der Unsicherheiten um Griechenland auch diese Woche kaum grosse Stricke zerreissen. Banken und Versicherungen gehörten schon in den letzten Wochen zu den schwächsten Werten (letzte Woche: CS -5,6%, UBS -4,7%, Swiss Re -6,3%, ZFS -4,7%), vorbörslich stehen alle diese Titel auch wieder etwas unter Druck.

Aufgrund der gestiegenen konjunkturellen Unsicherheiten bzw. diverser schwächerer Konjunkturzahlen aus den USA in den letzten Wochen dürften aber auch zyklische Werte kaum zur Stärke neigen, was sich auch unter der vorbörslichen Entwicklung von Titeln wie ABB, Adecco oder Holcim etc. zeigt, die alle im Minus stehen. Am ehesten dürften wieder defensive Titel wie Nestlé, Novartis oder Roche gesucht sein, die allerdings in der vergangenen Woche alle ebenfalls einen Verlust erlitten und vorbörslich ebenfalls im Minus stehen.

Im breiten Markt könnten unter anderem EFG im Fokus stehen. Die Privatbanken-Gruppe hat ihren Konzernchef ausgewechselt und gleichzeitig den Ausblick für den Kern-Reingewinn im laufenden Geschäftsjahr gesenkt. Barry Callebaut hat ausserdem einen neuen Outsourcing-Vertrag aus Mexiko vermeldet und wird am Donnerstag über die Neunmonats-Zahlen informieren. Meyer Burger hat am Freitagabend vermeldet, dass man sich bereits mehr als 75% der Aktien von Roth & Rau gesichert hat. Die Details dazu folgen am (morgigen) Dienstag. (awp/mc/ps)

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